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sinien, wo man ihn zwar freundlich aufnahm und behandelte, aber nicht mehr zurückliess; es w ar in diesem LandeGebrauch, die Fremden zwar herein, aber nicht mehr liinauszulassen. Hier musste Covilhäo bleiben. Der KönigManuel schickte im Jahre 1520 einen Gesandten, Roderigo de Lima, nach Abyssiuien, um die Freilassung Covil-liäo’s zu bewirken, jedoch ohne Erfolg.
1488. Ein Afrikanischer Häuptling, Bemoy genannt, aus dem Stamme der zwischen dem Senegal und Gam-bia wohnenden Jalofer, kommt nach Portugal und bittet den König um Hülfe gegen seine Feinde. Am Ende desJahres 1489 lässt der König 20 Caravelen unter Pedro Vaz da Cunha abgehen, die auch an den Senegal kommen,aber unverrichteter Sache zurückkehren. Pedro Vaz hatte den Bemoy auf einem Schiffe ermorden lassen, w'aseinem günstigen Erfolge der Expedition sehr nachtheilig w'ar.
1490. König Johann II. sendet am 19. Dez. 1490 drei Schiffe ab, um den Gesandten des Königs von Congo,der in Portugal die Taufe empfangen hatte, in sein Vaterland zurückzuführen. Die Expedition war so glücklich,auch den König von Congo und einen grossen Theil seiner Unterthanen zur Annahme der Taufe zu bewegen.
1490. Amerigo Vespucci aus Florenz kommt aus Italien nach Sevilla als Commis (Faktor) in das grosseHandlungshaus des Florentiners Juanoto Berardi, das seit 1486 in Sevilla bestand. Hier befindet er sich nochim Mai 1498.
1491. König Johann II. lässt den Columbus in Spanien zur Rückkehr nach Lissabon einladen. Colum-bus geht auf die Anerbietungen nicht ein.
1492. Columbus hat nach langen Bemühungen (von 1486 an) bei dem König und der Königin von Spanien seinen Zweck erreicht: am 18. April 1492 wird sein Vertrag von dem König Ferdinand und der Königin Isabellaunterzeichnet. Am 3. Aug. 1492 segelt er aus dem Spanischen Hafen von Palos ab. Es bricht auf dem Wegeein Steuerruder; er muss bei der Insel Canaria Halt machen. Auf der Höhe von Ferro kreuzt eine PortugiesischeFlottille, die ihm Gefahr droht. Am II. Oktob. 1492 entdeckt er die Insel Guanahani, dann Cuba , das er fürJapan (Cipango) hält, dann Hayti. Am 4. Jan. 1493 tritt er die Rückreise an und landet am 13. Febr . 1493 aufder Azorischen Insel S. Maria. Hier war ein geheimer Befehl des Portugiesischen Hofes angelangt, sich des Co-lumbus , wenn man ihn treffe, zu versichern; gleichwohl erhält er mit Mühe die nothwendigsten Bedürfnisse undreist weiter. Am 4. März 1493 landet er in dem Hafen des Tajo und erhält die Erlaubniss, vor Lissabon zu ankern.Der König Johann II. von Portugal empfängt ihn an seinem Hof, behandelt ihn achtungsvoll, hört den Bericht überseine Entdeckung mit grosser Thcilnahme, geht auf die Anmuthung seiner Hofleute nicht ein, den Columbus ausdem Wege zu räumen. Sie wollten mit Columbus wegen seiner, wie sie sagten, ungeziemenden Dreistigkeit gegenden König Händel anfangen und ihn im Streite tödten.
1493. Am 4. Mai setzt Papst Alexander VI. in einer Bulle zwischen den Portugiesen und Spaniern dieDemarkationslinie fest, die man sich von dem Nordpol nach dem Südpol hundert Meilen westlich von den AzorischenInseln gezogen denken sollte. Was westlich über dieser Linie an Land entdeckt wird, soll den Spaniern gehö-ren, was östlich, den Portugiesen. Die Länder vom Cap Bajador bis nach Ostindien hatten die Päpste schon 1438und 1459 den Portugiesen zugesprochen.
1493. Zweite Fahrt des Columbus. Das Handlungshaus Berardi in Sevilla, wo Vespucci Faktor ist, machtdie Vorschüsse zu dieser zweiten Reise des Columbus. Jedenfalls von dieser Zeit an sind Columbus und Ves-pucci mit einander bekannt und in einem freundlichen Verhältniss. ®) Columbus verlässt den Hafen von Cadix am25. Sept. 1493 mit siebenzehn Schiffen. In seiner Begleitung sind Juan de la Cosa und Alonzo de Hojeda .Man erreicht am 2. Nov. 1493 die Antillischen Inseln. Auf dieser Fahrt entdeckt Columbus neben vielen kleinerenEilanden die Insel Jamaica. Er verweilt bis zum 10. März 1496, wo er sich nach Europa einschifft; am 11. Juni1496 erreicht er den Hafen von Cadix.
1495, 25. Oktober. König Johann II. von Portugal stirbt, nachdem er eben eine neue Entdeckungs-Flotte
2 ) In einem Briefe des Columbus an seinen Sohn vom 5. Febr.1505 äussert der Admiral: »Mein lieber Sohn! Diego Mendez (eintreuer Diener des Columbus ) ist am Mondtag, den 3. dieses Monats,von hier abgereist. Seit seiner Abreise habe ich mit Amerigo Vespuchygesprochen, welcher sich an den Hof begibt, wohin er berufen wordenist, um wegen einiger auf die Seefahrt bezüglicher Gegenstände zuKäthe gezogen zu werden. Er hat stets den Wunsch bezeugt, mirangenehm zu seyn; er ist ein rechtschaffener Mann; das Glück ist
ihm unfreundlich gewesen, wie vielen Anderen. Seine Arbeiten habenihm keinen Vortheil gebracht, wie er mit Recht erwarten konnte. Ergeht dorthin für mich und mit dem lebhaften Wunsche, bei vorkommenderGelegenheit etwas Gutes für mich zu erwirken« u. s. w. Columbus stand also bis zu seinem Lebensende mit Vespucci in einem freund-schaftlichen Verhältniss. Vespucci freilich erwähnt des Columbus nureinmal in seinen Briefen, wo er ihn den Entdecker der Insel Antilianennt, v. Humboldt , krit. Untersuch. I, 426.