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1500. Nachdem bisher alle Bemühungen, gegen Südwesten eine Durchfahrt nach den Asiatischen Gewürz-inseln zu finden, vergeblich waren, segelt Gaspar Cortereal im Frühling 1500 von Lissabon mit zwei Schiffenaus, um gegen Nordwesten eine Durchfahrt aufzusuchen. Er gelangt an die Küste von Labrador und segelt hierzwischen dem 50° und 60° nördlicher Breite, ohne natürlich eine Durchfahrt auffinden zu können. Am 8. Oktober1501 kommt er zurück.
1500. Am 9. März 1500 segelt Pedro Alvarez Cabral aus dem Portugiesischen Hafen Belem nachOstindien mit 13 Schiffen und 1500 Mann ab. Unter seinen Hauptleutcn sind Bartholomäus Dias , der Entdeckerdes Vorgebirgs der guten Hoffnung, und Nicolao Coelho, ein Begleiter des. Vasco de Gama . Er will die Wind-stillen am Meerbusen von Guinea und die Südweststürme zwischen den Afrikanischen Vorgebirgen Palma und Lopezvermeiden, hält sich daher sehr gegen Westen, kommt in den mittleren Aequatorialstrom, durch diesen in denStrom von Brasilien und wird so zufälliger Weise an die Rüste von Brasilien (24. April 1500) und zwar an dieSüdküste der Provinz Fernambuco getrieben unter dem 10° südlicher Breite, ungefähr 20 Seemeilen südlicher, alsdrei Monate zuvor die Spanischen Seefahrer Vicente Yafiez Pinzon und Diego de f.epe gekommen waren. Ersegelt einige Tage die Küste entlang gegen Süden, dann wendet er sich östlich nach dem Vorgebirge der gutenHoffnung, wo Bartholomäus Dias in einem Schiffbruch um’s Leben kommt, den ein furchtbarer Sturm veranlasste,der zwanzig Tage andauerte. Sechs Schiffe sammelten sich am 16. Juli an dem Felsen von Sofala wieder, mitdenen Cabral am 20. Juli Mosambique und am 13. Sept. 1500 Calicut erreichte. Die Mauren, die bisher den Han-del mit Ostindischen Producten nach den westlichen Ländern allein in den Händen hatten, sind den Portugiesen inihrem Bestreben, Handelsverbindungen mit den Ostindiern anzuknüpfen, hinderlich’ es kommt zu Thätlichkeiten,Cabral beschiesst Calicut zwei Tage lang und verbrennt 15 Schiffe im Hafen, dann segelt er nach dem 30 Meilensüdlicher gelegenen Coschin, dessen König ihn gut aufnimmt. Nachdem er hier seine Schiffe mit Pfeffer beladen,geht er, auf Einladung des dortigen Königs, nach Cananor , avo er Zimmt und Ingwer ladet. Am 23. Juni 1501kommt er nach Portugal zurück. Bald nach seiner Rückkehr finden sich noch zwei bereits verloren geglaubteSchiffe seiner Flottille ein. Von den 13 Schiffen, mit denen er ausgelaufen war, kehrten im Ganzen nur sieben indie Heimath zurück.
1500. Im Monat Oktober 1500 fährt Rodrigo de Bastidas, begleitet von dem Piloten Juan de la Cosa ,mit zwei Schiffen vom Hafen von Cadix nach Amerika aus. Er befährt die Küste am Isthmus von Panama undkommt im September 1502 zurück.
1501. Da Vasco de Gama erklärt hatte, dass der Monat März die beste Zeit zur Abfahrt nach Ostindiensei, so bescldiesst der Portugiesische König Manuel, in jedem Jahre im Monat März eine Expedition auf Entdeckungund zur Beförderung des Handels dahin gehen zu lassen. Zu diesem Zwecke durften auch Privatleute Schiffe bauen,für welche sie sodann entweder Micthe von der Regierung erhielten, oder die sie gegen einen gewissen Gewinn-antheil selbst bemannten. Sie schlugen auch die Befehlshaber für solche Schiffe vor, die der König bestätigte.Dergleichen Leute waren gewöhnlich weit gewandter im Seewesen, als die den königlichen Schiffen Vorgesetztenadeligen Officiere. Am 5. März 1501 ging ein solches Portugiesisches Geschwader nach Ostindien in See, dessenOberbefehlshaber Joäo de Nova war, ein Galizischer Adeliger, der sich in Portugiesische Dienste begeben hatte.Eine der Caravelen gehörte dem reichen Florentinischen Kaufmann Bartholomäus Marcliioni, der sich in Lissabon niedergelassen hatte; dieses Schiff befehligte der Florentiner Vinetti. Unterweges entdecken sie die Insel Ascen-sion, kommen nach Coschin und Cananor in Ostindien, wo sie ihre Schiffe mit Gewürzen beladen, finden auf derRückreise die Insel Set. Helena und laufen am 11. Sept. wieder in Lissabon ein.
1501. Es ist im Laufe unserer Abhandlung öfter bemerkt worden, dass alle Reisen nach Amerika keinenandern Zweck hatten, als Ostindien und, seitdem man durch Vasco de Gama wusste, dass die Gewürze nicht ausOstindien selbst, sondern von östlicheren Inseln kämen, die Gewürzinseln auf dem Seewege gegen Westen zu ent-decken. Man war bisher der Meinung (Columbus und Vespucci starben in dieser Ueberzeugung) das Amerika-nische Festland sei der Continent von Asien und es bedürfe nur des rechten Weges um dieses Festland herum, uman die Molukkischen Inseln und die Gestade von Ostindien zu gelangen. Der Portugiesische König Manuel wargegen diese neue, von den Spaniern eingeschlagene Richtung nach Ostindien nicht gleichgültig; unter seiner Regie-rung war der Weg nach Ostindien gegen Osten von den Portugiesen durch Vasco de Gama gefunden worden ; erwollte auch den Weg gegen Westen entdecken. Zu dem Ende setzte er sich mit dem Amerigo Vespucci inVerbindung, der in Spanischen Diensten als Astronom und Kosmograph einige Reisen nach den neuen westlichenLändern gemacht hatte. Vespucci , der bei seinen bisherigen Verhältnissen, als Factor eines Handelshauses und alsAstronom bei Entdeckungsreisen, in sehr mittebnässigen Vermögensverhältnissen geblieben war, nahm die Einladungau den Portugiesischen Hof an und verliess Spanien heimlich 1500. König Manuel hatte drei Schiffe ausgerüstet,