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Geschichte des Seefahrers Ritter Martin Behaim nach den ältesten vorhandenen Urkunden : mit einer genauen Abbildung des Behaim'schen Globus vom Jahr 1492 in zwei Planigloben nach seiner natürlichen Grösse, und drei der ältesten Karten von Amerika / von Friedrich Wilhelm Ghillany; eingeleitet durch eine Abhandlung ueber die ältesten Karten des neuen Continents und den Namen Amerika von Alexander von Humboldt
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Ich füge hier nur noch bei, dass es wahrscheinlich sogleich nach der Rückkunft von der Reise mit DiogoCäo, also im Jahre 1486 war, dass sich Martin Behaim mit Johanna, der Tochter des Ritters Jobst Hurtervon Moerkirchen, erblichen Statthalters der Inseln Fayal und Pico , verheirathete. Das Nähere über diese Ver-hältnisse findet sich in unserem letzten Abschnitt und der angeschlossenen Abhandlung von Trigozo.

Neuntes Kapitel.

Behainis Verhültniss zu Columbus und zur Entdeckung Amerikas .

Der Spanische Geschichtsschreiber Herrera sagt dec. I, lib. I, cap. 2, Columbus sei in seinen Gründen,die ihn bestimmten, den Seeweg nach Ostindien gegen Westen aufzusuchen, durch seinen Freund, den Portugie-sen Martin de Rohemia aus der Insel Fayal , einen grossen Rosmographen, bestärkt werden 1 ).

Suchen wir die Richtigkeit dieser schon an sich sehr glaubwürdigen Bemerkung des Spanischen Geschichts-schreibers durch eine Vergleichung der Verhältnisse beider Männer noch weiter zu begründen.

Columbus , Sohn eines Tuchmachers 2 ), begann schon in seinem fünfzehnten Jahre das Schifferleben undkam um das Jahr 1470 nach Portugal , um dort sein Glück zu machen* v. Humboldt nimmt das Jahr 1477 an 3 ). DieUnternehmungen der Portugiesen zogen damals viele Seefahrer, namentlich aus Italien , nach Portugal , wo siegerne aufgenommen wurden 4 ). In Portugal verheirathete er sich mit Feiipa, der Tochter des BartolomeoMonnis de Palestrello. Dieser Palcstrello war ein Italienischer Seemann , der in Portugal Dienste genommen,eine Colonie nach der Canarischen Insel Porto Santo geführt hatte und vom Prinzen Heinrich, dem Schiffer, zumStatthalter dieser Insel ernannt worden war. Palestrello war schon todt, als Columbus die Verbindung mit derTochter schloss, die mit ihrer Mutter in unbemittelten Verhältnissen zu Lissabon lebte. Die Wittwe, welche Colum­ bus zu sich ins Haus nahm, überlieferte ihrem Schwiegersohn alle Karten und Journale ihres Mannes. Hier, beidem Studium dieser Karten, schwerlich vor dem Jahre 1474, fasste Columbus den Plan, den Weg nach Ostindiengegen Westen zu suchen; in diesem Jahre erholt er sich den Rath des berühmten Astronomen Toscanelli zuFlorenz , dem wohl die erste Idee, diesen Westweg nach Ostindien zu befahren, zuzuschreiben ist 5 ). Columbus

*) Herrera dec. I. lib. I. cap. 2: Y esta opinion le confirmoMartin de Bohemia Portugues, su amigo, natural de la Isla deFayal , gran cosmographo. Wahrscheinlich nach dieser Notiz desHerrera heisst es in der von dein Leydner Buchhändler Peter van der Aa (starb um 1730) herausgegebenen grossen Sammlang vonReisebeschreibungen, betitelt: Versameling der gedenckwaardiqste Zeeen Land-Reysen na Oost- en West-Indiens Band II. p. 7: »De%e-meening wierd hem (nämlich dem Columbus ) door Marlin van Bo-heme , varit Eiland Fayal geboortig , een Porlugues , zynen Vrienden groote We er eidkundig er bevestigd ." Nach van der Aa sagtdasselbe der Engländer Robertson in seiner history of Americatom. II. S. 434 (Ausg. London 1777). Auch er macht, wie der Hol-länder Peter van der Aa, Martin Behaim zu einem Portugiesen,

und hätten wir nicht in Nürnberg glücklicher Weise noch den Globusund andere Urkunden, so würde Martin Behaim in der Geschichtew'ohl ein Portugiese oder nach Portugal eingewanderter Böhmegeblieben sein.

2 ) Columbus Vater, der noch 1494 lebte, wird in einem Testa-mente jener Zeit textor pannorum genannt, v. Hu mb old krit.Unters. I., 366.

3 ) v. Humboldt, krit. Unters. I, 39.

4 ) Muiioz lib. II, 13. Italienische Kaufleute hatten damals ander ganzen Nordküste des Mittelländischen Meeres, auch in Portugal ,an günstigen Handelsplätzen Handelsniederlagen.

5 ) Toscanelli w'ar damals, als er an Columbus und König Al-phons V. von Portugal über den Westweg nach Ostindien schrieb,