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mir die Hülfsmittel zu Gebote standen, einen Ueberbliek über dieselben. Die Kenntnisse der Deutschen in Bezug-auf die Gestalt Arnerika’s mögen freilich anfangs hinter denen der seefahrenden Nationen, namentlich der Portu-
unvollständig, Südamerika, gleichfalls Inst»), heisst Amerika , hat bereitsso ziemlich seine richtige Gestalt und merkwürdiger Weise auch diespäter so genannte Mageliansstrasse, während, meines Wissens, aufden bisherigen Karten Südamerika zwar umschifl’bar, aber nirgends eineStrasse als südlicher Durchgangspunkt angezeigt war. Die Inseln hän-gen nicht mit Asien zusammen, sondern bilden einen Welttheil fürsich. Man vergleiche die am Schlüsse unseres Buches angefügte Karte.
1520. Joannis Camertis Minoritani in C. Julii Solini tto-XviaTOQM enarrationes. (In Folio, ohne Jahrzahl auf dem Titel. Ca-mers datirt seine Vorrede Viennae Pannoniae 1520). Angebundenist eine Karte, welche überschrieben ist: Typus orbis universales juxtaPtolemaei Cosmographi traditionem. el Americi Vesputii aliorumqueillustrationes a Petro Apiano Leysnicensi elaboratus. 1520. Ichhabe durch die Güte des Herrn Geheimenraths von Humboldt eineZeichnung dieser Karte vor mir, welche Herr Bibliothekar Hase inParis für denselben aus dem genannten Werke fertigte. ApianusVorstellung von Amerika ist der von Schöner ähnlich, aber Apianuskennt die gegenwärtig so genannte Mageliansstrasse noch nicht. Nord-und Südamerika sind zwei Inseln, die mit Asien nicht Zusammenhän-gen, Südamerika w'ird hier, zum ersten Mal auf einer Karte,Amerika genannt, gleichwohl aber dabei die Bemerkung eingeschrie-ben : Anno 1497 haec terra cum adjacentibus insulis inventa estper Columbum Januensem.
1520. Ptolemaeus auctus , restitutus , emaculatus a GeorgioUebelo. Cum tabulis veteribus ac novis. Joannes Scolus literisexcvpit 1520. Unter den angebundenen Karten findet sich auch eineTabula terre nove. Nordamerika , von dem jedoch Wenig zu sehen,erscheint hier im Zusammenhänge mit Südamerika , fast ohne alle Ein-biegung zwischen beiden Hälften. Eine östliche Glänze ist von beidenTheilen nicht sichtbar, sie wird durch den Kartenrand abgeschnitten.In Südamerika , das unter dem Namen terra incognita weit grösserangelegt ist, als ganz Afrika , aber nur nach seinem nordöstlichenTheile auf der Karte erscheint, liest man : Haec terra cum adjacen-tibus insulis inventa est per Columbum Januensem ex mandatoregis Castellae. Auf der gleichfalls angebundenen Wellkarte Orbistypus universalis ist der darauf befindliche Theil von Südamerika noch nicht mit dem Namen Amerika bezeichnet.
1524. Claudü Ptojiomaei geographicae enarrationis libri octo,Bilibaldo Pirkheymero interprete. (Die Zueignung Pirkheimer’s anSebastian, Bischof von Brixen, ist von 1524 datirt, der Druck selbstArgentorati, Johannes Grieningerus communibus Johannis Kober-ger impensis excudebat Kal. April 1525). Die Karte der Terre noveist ganz ähnlich jener eben erwähnten der Ausgabe von 1520. Süd-amerika wird terra nova genannt und beigesetzt: haec terra cumadjacentibus insulis inventa est per Christophorum Columbum Ja-nuensem. Die auf den beiden Rückseiten der Karte beigedruckte La-teinische Erläuterung gibt die Geschichte des Columbus und erwähntdes Vespucci gar nicht. Dagegen erscheint auf der Weltkarte Orbistypus universalis juxta hydrographorum traditionem exactissime de-picta 1522 L. F., welche gleichfalls angebunden ist, der Name Ame-rika als Bezeichnung für Südamerika. Asien ist durch ein Meer vonAmerika getrennt, Südamerika umschiffbar; es erscheint ein Theil derWestküste. Das Uebrige ist von dem Rand bedeckt; von Nordame-rika ist gar Nichts sichtbar. Man scheint in Deutschland um dieseZeit von Nordamerika noch sehr Wenig gewusst zu haben.
1527. 1520. Die beiden in der Einleitung zu vorliegendem Buchevon Herrn Geheimenrath von Humboldt beschriebenen, in Spanien gezeichneten Karten, welche gegenwärtig die Militärbibliothek zu Wei-mar besitzt. Bei der ersten von 1527 Charta universal etc. wird derVerfasser nicht näher, als Cosmographo de su Magestad bezeichnet;
der Zeichner der zweiten von 1529 ist Diego Libero, Cosmo-grapho de su Magestad. Auf diesen beiden Karten ist die Gestal-tung von Nord- und ‘Südamerika und ihr Zusammenhang durch dieLandenge von Pauama im Allgemeinen den heutigen Karten ziemlichähnlich.
1532. De insulis nuper inventis Ferdinandi Cortesii adCarolum V Imperatorem narrationes, cum alio quodam PetriMartyris ad Clementem VII. Pontificem consimilis argumentilibello. Coloniae impensis Birckmann , ex officina Melch. Novesiani1532. (ln Folio). Ohne Karte. Schon der Titel sagt, dass Amerika hier als aus mehren grossen Inseln bestehend betrachtet wird.
1532. 1537. 1550. ( Grynae i) Novus orbis regionum ac in-sular um veteribus incognilarum una cum tabula cosmographica etaliquot aliis consimilis argumenti libellis. (In Folio.) Basileae apudHervagium. Ich habe drei Ausgaben von 1532, 1537 und 1550 vormir. Beigegeben ist eine Karte Typus cosmographicus universalisund eine declaratio et usus typi cosmographici per SebastianumMunsterum. Die Karte, welche sich unter den mir zu Gebotestehenden Ausgaben nur noch in dem Exemplar von 1537 und 1550vorfindet, aber wahrscheinlich dieselbe, w'ie in früheren Ausgaben ist,stellt Amerika ganz so dar, wie es auf dem Schöner’schen Globus er-scheint. Nordamerika und Südamerika sind zw'ei grosse durch eineschmale Durchfahrt getrennte Inseln. Nordamerika ist sehr unvoll-kommen und klein und hat den Namen Terra de Cuba. Südamerika ,dessen Gestalt der wirklichen ziemlich ähnlich ist, trägt die NamenAmerica , Terra nova , Prisilia. Das grosse Land südlich von derSüdspitze Südamerika’s, welches auf dem Schöner’schen Globus ein-gezeichnet ist, erscheint hier nicht, aber auch nicht das Feuerland unddie Mageliansstrasse. Oestlich von Amerika im Meere ist die InselCipangri oder Japan. Asien ist gegen Osten vom Meere begränzt.Ueber Amerika sagt Munster in seiner declaratio: Quin et inOceano occidentali fere novus orbis nostris temporibus ab AlbericoVesputio et Christophoro Columbo multisque aliis insignibus virisinventus est , qui non abs re quarta orbis pars nuncupari polest ,ut jam terra non sit tripartita , sed quadripartita, quum hae Indi-anae insulae sua magnitudine Europam excedant, praesertimea, quam ab Americo primo inventore Americam vocant.
1533. Joannis Schoneri opusculum geographicum ex diverso-rum libris et carlis summa cura et diligentia c olle dum , accomoda-tum ad recenter elaboratum ab eodem globum descriptionis terrenae.Norimb. 1533. (In Quart. Ohne Karte.) Schöner nimmt hier seineVorstellung, dass Amerika aus einigen grossen Inseln bestehe, zurückund erklärt das Hauptland für einen Theil Asien’s. Er sagt am An-fang des Caput 1. secundae partis , de generali divisione terrae :Americas tarnen Vcsputius maritima loca Indiae superioris ex His-paniis navigio ad Occidentem perlustrans, eam partem , quae supe-rioris Indiae est , credidit esse insulam , quam a suo nomine vocariinstituit. Alii vero nunc recentiores Hydrographi eam terram ulte-rius ex alia parte invenerunt esse Continentem Asiae, nam sicetiam Moluccas insulas superioris Indiae pervenerunt. -
1535. Claudü Ptolomaei libri octo, ex Bilibaldi Pirkliey-meri translatione , ad graeca et prisca exemplaria a MichaeleVillanov ano recogniti. Lugdun, ex off. Trechsel 1535., (Tn Folio.)Die Karte: Orbis typus universalis 1522. L. F. , welche ein Stückvon Südamerika mit dem Namen Amerika zeigt, ist noch die näm-liche wie in früheren Ausgaben. Eine andere Weltkarte: Tabula or-bis überschrieben, zeigt nur einen kleinen Theil von Südamerika mitder Benennung terra Papagalli. Asien ist darauf an der Ostseilevöllig vom Meer umflossen. Die eigentliche Karte von Amerika um-fasst, w'ie die Karte in älteren Ausgaben, nur die Ostküste von Süd-