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Corpus iuris & systema rerum metallicarum oder neu-verfasstes Berg-Buch, bestehend aus allerhand so alten als neuern collectaneis von Bergwercks-Sachen ... / [Johannes Deucer, Christoph Entzel]
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Das erste Buch

Bcrgstr-chenbaldzu entsthctden.

SehrfchwchreSachen'an die

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Milde»armenBergleu-ten freund-lich ha»d-leii-

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Wegezum

-Serge-lcht en-

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als die Gerechtigkeit und Billigkeit. ^Auchuns insonderheit geziemen will / auff unserReputatio» Achtung zugeben: So wollen,wir hiermit allen denjenigen/so uns hierin-nen entgegen seyn / ernstlich» gebotlen haben/daß W zu ewigen Zeiten/ so viel Gesetze undRechte zustellen antrifft/ stille schweigen sol-len/ und entweder an seinem Beruffbmchi-g!ich seyn und zu Frieden stehen.

Die Geschwornen sollen die Entschiede derBerg-Sachen / so auff ihre ZujämmenkunfftUndMorgen-GGrqch auffgeschobcn wordenseyn / auffs eilendte verrichten / oder ausGunst/ oder Ungunst keine Sache imSchein/als verstünden siedle nicht/ in länger«Ver-zug stellen/ sonderlich was. gemeine Sachenseyn/ darin keine.Gefahr oder Zweiffel ttjchci-Ukk / und mit cmsigenFleiß / zu Verhütung derPartheyen Unkosten und Schaden / den vor-fallenden Berg «Sachen / bald ein Endemachen.

Da aber auß nothwendigen bedencküchmUrsachen/eine Sache zu berathschlagen/ undauff ein ander Morgen-Gesprech auffgehpbmwürde / alsdann soll der Sententz/ oder Be-fcheikt derselbigen Dachen / wie sie sich desentschlossen/ in Gegenwart aller Geschwor-nen (ehe sie sich zu andern Sachen bege-ben/ und erheben) Gerichtlicher Weise /durch den geschwomen Berg- ober Gericht-Schreiber/ mit Fleiß von Wort zu Wortauffgeschrieben/ auff daß die Wachen desto-weniger in Vergessen gestellet werde/ undsoll alsdänn solcher Sententz/ oder Abschidallen Geschwornen vorgelesen / in die Berg-Bücher eingelegt werden/damit zukünfftigerZeit der Sachen halben nicht wiedrum Irr-thum und Zweiffel vorfallen möchte/ wie et-lichma! zuvor gesehen. Und ob über das al-les den GkschwornenSachtn für stissen/dre ih-nen zu urtheilen und zu entscheiden zu hochseyn wölken/ dieselben sie an uns/ ooev un-sern geordneten Cammer-Grassen gelangenlassen.

Es will auch den Geschwornen UrbürernUnd Berg-Richtern wolansiehen/ die armenBerg-Leuthe mit aller Gütigkeit und Freunb-ligkeit/ vor den Stoitzen und Hoffärtigenzubeschützen/ auff daß sie nicht zu Nachtheil derGerechtigkeit/ und ihnen silbst verachtet unduntergedrücket werden/und auch wir da-durch nicht verursachet/ ihrer Nachlässigkeithalben / in gebürliche Straffe zu nehmen.Sie sollen auch mit Hohem Fleiß Achtung ge-beN / daß Die victuaiieri und alle andere Ding/so zum Bergwerck noth seyn / in rechtemWerth/Maß und Kauffgegeben wrrden/daßalso die serg'Leuthe unter ihrem Regiment/desto grössern Lust zu wohnen und zubauenhaben.

Die Geschwornen sollen treulich vorhüten/daß gemeine und gewöhnliche Wege undStege nicht verbauet und verringert werden/damit man das jenige / so zum Bergwerckgehöret/ desto baß zu den Gruben und Ze-

chen führen und bringen mag / und daß sol-ches orverrtlich gehalten werde?

Letztlich können wir nich umbgehen/ unse-re Geschworne hiermit auffs treuiigsse zuer-rinnern / daß sie nicht alleine umb der Wol-fahrt des Bergwercks / sondern umb ihres ei-genen Ruhms und Ehren willen / mit mö-glichen und höchstem Fleiß anhalten wollen/ M Ge-daß unsere Ordnung stracks und unvorbrüch- schworenlieh gehalten / alles was darinnen verbotttn/ sollen überuud sonst unzweiffelich ist / (so fern nicht der Miereunvvrmcidiichen Noth halben etwas cliffen-siret und nachgelassen werden muß) vermie-den und verhütet werde/ohne einige Außfiuchtund Ansehen der Person/ sich indcme/ nachden erbarn und gukest Gewonheiten derStädte richten/dann aller RuhM und Preist derder Städte / stehet in den drcym Stücken/ h^daß sie volckrerch seyn / wo! erbauet/ und Stücken,daß die Einwohner darinnen / gegen mcki-niglich Trauen und Glauben halten. Undnachdem der Kuttenberg umb der reichenSilber Zech willen / mit sondern Gnadenbegäbet und befteyhet/ und vor andern Berg« Mstt.Städten einen Vorzug hak/ so wollen wirauch/ baß die Geschworne mehr Sorge undNachdenckeys haben / wie das Voick desOrts zunehme und die Stadt wol erbauetwerde / fümemlich aber/ baß unser Ordnungund erbat) re Gebräuche bey ernster Strafftreulich gehalten werden/ dann wie die hei-ligen Gesetze sagen/ so thun die Ambtleute/ mwelche die B.oßheit nicht straffen/eben so wolSünde daran / als diejenigen/ ss die Boß- Seit: heit würcken / geben durch ihre Nachlässigkeit m Ur-nicht wenig Ursach den Übertretern zu sündi- sach zugen. sstüdigcm

Tragen keinen Zweiffel / da unsere Ge-schworne der Gerechtigkeit/ obberührm Ge-stalt nachsetzen werden/es solle eine frucht-bahre und gewißliche Nutzbarkeit / wel6)e die' Gerechtigkeit zieret/darauß erfolgen/ und daßall unser Berg-Vo.'ck durch ein solch seliges tjwund wol geordnetes Regiment/vorSchadett ordiierbehütet/ Ertz hauen / und derverhofften Ga- Regimentben ünd'Reichthümer scheiniichs zunehmen/ segnetempfinden werde. GOm

Das VI. Kapitel.

De OfHeio & Jurisdictione

Montis.

Von des Berg-Richters AmptMd

Gewalt

Un wollen wir sagen Von des Berg-Richters Ampt und Gewaldt/ ein je-der Richter hat seinen Namen dahe- RlchurStos Isidiorus saget/ daß er das Recht Namemaußspkicht/ oder handlet gegen dem Volck.

Das Recht aber handle« und üben ist nichts ^anders dann recht richten/ und ist der kein Recht««Richter zu achten/ in welchem nicht Gerech- <m '