Bergwercks St. Joachims-Thal.
Ein jeder Hüttenschreiber / sol alle mal beydermSchmeltzen / sonderlich bey dem Anlas-sen seyn / und alle Außgusse und Versuch-schichten selbst probiern /auff daß die Schmel-zer ihrer -Oeftn und Arbeit warten mögen /und so man Schicht machet mit Fleiß zusehen/damit alle Zeit getreulich und wol gehandeltwerde.
,Es solauch ein jeder Hüttenschreiber allesBley/das er von dem Bleyhändler/ oder ih-rem Facror annimpt. und ein jede Post son-derlich in der Wag / so darzu bestellt und an-gericht ist/ durch den verordenten Wagmei-sier wagen / und mit des Raths Zeichenvermerckt / alles in persönlicher Gegenwart/Und gar keines ungewogen und ohn des RathsZeichen annehmen/ dasselbefürder den Schicht-meistern nach rechtem Gewicht zustellen / undvon einem Cenkner ein klein Pfennig zuwägmgeben.
Die Hüttenschreiber sollen insonderheit/Mit probiern derWerck alle Stich und Schich-ten Fleiß thun / und nicht so reichlich / sondernauff das genaueste und scharstste probieren /damit unverdächtig / und den Gewercken nichttu Schaden gehandelt werde.
Sie sollen darob sepn / daß die Wage undGewichte in Hütten/ sonderlich wann mander gebrauchen wil/ rechtschaffen auch sauberund rein seynd / und daß die Schmelzer undFürlauffer das Merck mit allem Fleiß wä-gen / dabey die Hütten schreibet-selbjt seyn sol-len.
Es sollen auch alle Quartal die Gewicht«nd Wag in allen Hütten / durch die Hüt-'tenreurer/ Hüttenschreiber/ fleissig und treu-lich nach dem rechten Nürnberg, schen Cent-ner / in Beysein unsers Häupkmanns o-der Verwalters geziehment und geeicht wer-den.
Es sollen auch alle Bley/ so zu dem Schmu-tzen gebraucht / zuvor von den Hüttenreu- ,kern und Hüttenschreibem gezeichnet / ein-geschrieben / und wo es die Nothdurfft erfor-dert probiert werden-
Die Hüttenschreiber sollen auch auff einejede Wochen / alle Silber / so in ihren Hüt-' ten gemacht werden / mit nothdürfftigem.Bericht wieviel/ und von was Zechen die ge-macht/durch ihre Handschrifften im Zehen-den angeben.
Dergleichen sollen sie alle Silber / so imMerck verkaufft werden / mit anzeigen / wieviel das Merck gewogen/wieviel Silbers dar-innen / und von was Zechen / Hallen/Wäschwerck / oder wovon es gemacht ist /Unsern Hüttmteutern eigentlich berichten/unddieselben sollen solches fürder dem Bergmei-sier wöchentlich anzeigen / damit er mit sei-nen Geschwornen nachtrachten möge/ wovonein jeder schmeltzt.
Und fot durch unsere darzu Verordnete/ohn des Hüttenschreibers Handschrifft/ nie-mand einig Kauffstlber probiert noch bezahltwerden.
Und sollen also alle Silber/ die im Merckverkaufst / niemand anders dann uns in un-serm Zehend zugebracht / und verkaufft wer-den.
Die Hüttenschreiber sollen keinem Schicht-meister die Hüttenkost über vier Wochen bor-gen/ welcher aber einem oder mehr Schicht-meister die Hüttenkost darüber borgm/ undunsern Hüttenreutern nicht ansagen würde/dem sol zu solcher Schuld nicht geholffmwerden.
Sie sollen auch auffmercken/daß man nichtgrosse unnothdürffkige Hütenkost mache.
So eine Gewerckschaffr oder die so eigeneLehn bauen/ oder ein Wäscher schmelßet/sol-len die Hüttenschreiber ihre Hüttenzettel /lauter und klar machen / nemlich dieZech da-von geschmeltzet / des Gchmeltzers Namen/wieviel Schichten / mit wieviel Defen gear-beitet / der Fürläuffcr / Gestübmacher/ Wäch-ter.'ohn / den Zusatz / mit rechtem Gewicht.Item / wieviel Bley fürgeschlagen und Merckaußbracht/was es an Silber / MarckundLmh hatte / wieviel Scheiben Wercks alleSchichten und Außgüß außbracht / auffdas fieissigsie anzeigen , dieselbe Hüttenzek-tel lollen den Schichtmeistern der Zechen/die geschmeltzt übergeben / und von ihnen inwöchentlichen Anschnidt / und folgend in dieQuartairechnung festgelegt werden-
Die Hüttenschreiber sollen auch die Ertz/Schlich und Greuplein sonderlich der jenigen/so erst zu schmeltzen ansahen / und der so ei-gene Lehen/ Felsen / haben/allweg vordemSchmeltzen eigentlich probiern / und ob sieVerdacht darauß spühreten/solches den Hüt-tenreutern anzeigen/die sich alsdann därum ei-gentlicherkunden sollen.
Und wie wöchentlich alle Hüttenkost inVerzeichnüß gebracht werde / darauff sollenHüttenschreiber/ einem jeden Hüttenarbeiter/eigener Person / sein Lohn geben/und nichtsabbrechen / sie sollen auch mit dem Gelde /so alle mal auß dem Zehenden gegeben wird/lohnen.
Darzu sollen sie hinfort / das jenige soSchichtmeister und Steiger/ in den Hüttenüber dem Schmeltzen verzehren / in die Hüt-tenkossnicht bringen-
Jeder Hüttenschreiber ffoll auch alle Schich-ten so geschmeltzt werden / von was Zeche dasErtz ist / was es im Fürwägen wigt und ,allemal darauff geschlagen wird / auch was esherwiederfür Bley und Stein gibt/ mit fernenHald/ dergleichen was ary Treiben für Merck-bley am Gewicht übergelegt/ undBlickstlbekherwieder wird/in ein sonder Hüttenschmrltz-Buch einschreiben/ und so solches durch un-sern Haüpkmann / oder Verwalter zu sehenerfordert / ihnen durch sie zuhanden gestelletwerden / und das allwege vor dem Schmeltzenund Schichten / die Ertz probiertwerden.
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