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Beiträge zu Erforschung der Atmosphäre mittels des Luftballons / Richard Assmann
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23
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Assmann: Die Erfordernisse einer Ballonfahrt zu wissenschaftlichen Zwecken. 23

grade ablas; mit der vollen Minute genügte beim CommandoDrei nochein Blick, um inzwischen eingetretene Aenderun gen der Thermometer unddes Barometers zu erkennen; worauf ein Jeder, ohne ein Wort zu sprechen,mit genauer Zeitangabe seine Beobachtungen aufzeichnete.

Das schnellen Aenderungen weniger ausgesetzte Vacuumthermometerbedarf nicht simultaner Ablesungen; dieselben wurden unmittelbar hinterdenen des Psychrometers angestellt.

Die wichtigen, für die richtige Auswerthung der Höhen des Ballonsunerlässlichen Vergleichungen des Quecksilberbarometers mit dem Aneroid-barometer wurden, wie schon gesagt, nur dann ausgeführt, wenn der Ballonseine Höhe nicht, oder doch nur äusserst langsam änderte. Auch genügenhierfür wenige Beobachtungen, aber dieselben müssen im strengsten Sinnesimultan angestellt werden. So müssen wir die Gleichzeitigkeit der ge-nannten Ablesungen als eine conditio sine qua non bezeichnen und demnachGlaishers Beobachtungen trotz aller sonstigen Vorzüglichkeit mit einemgewissen Argwohn betrachten.

Bei den jeder längeren Ballonfahrt eigentümlichen Höhenschwankungensollte, streng genommen, jede Psychrometerbeobachtung ausser Betracht bleiben,welcher nicht eine gleichzeitige Barometerbeobachtung entspricht, da dieAblesung dieser Instrumente nicht ununterbrochen erfolgen kann; wenigstensdarf man unter keinen Umständen solche gewissermassenrechtlosen Be-obachtungen durch Interpolationen verwendbar machen wollen. Da ist esnun eine höchst willkommene, die Resultate einer Fahrt ganz wesentlichsichernde Hülfe, wenn man einen gut construirten Barographen besitzt,,welcher jede Höhenänderung des Ballons fortgesetzt aufzeichnet. Durcheinen solchen werden manche Sprünge in den Temperatur- und Feuchtigkeits-beobachtungen erst verständlich, da man die zugehörigen Höhen leicht er-mitteln kann. Natürlich macht ein solcher Apparat die directen Ablesungendes Aneroidbarometers ebensowenig überflüssig, wie dessen Vergleichungenmit einem Quecksilberbarometer; der Barograph ist nicht im strengen Sinnedes Wortes ein selbstständiges Instrument, sondern er unterliegt denselbenFehlern, wie das Aneroidbarometer. Wir benutzen zur Zeit einen vonRichard Freres in Paris verfertigten, mit Aluminiumkasten versehenenBarographen, welcher bis zu Höhe von 5000 m ausreicht; derselbe ist einGeschenk des obengenannten Herrn Rotch, Directors des Blue Hill Ob-servatory bei Boston in Nordamerika ,

Ich kann diesen Theil, welcher der instrumentellen Ausrüstung ge-widmet ist, nicht schlossen, ohne eines zweiten Registrirapparates zu ge-denken, welcher soeben in der Ausführung begriffen ist. Es ist dies einAspirations-Thermograph. Einen Richardschen Thermographen habe ichderartig umformen lassen, dass an Stelle des gewöhnlichen BourdonschenRohres ein solches von ringförmiger Gestalt gesetzt wurde. Dieses wirdvon einem senkrecht stehenden doppelten Hüllrohre, ähnlich dem meines