lieber die Registrirung der Lufttemperatur bei der ersten Auffahrtdes Baiions „Humboldt“ am 1. März 1893.
In den über die erste Auffahrt des Ballons „Humboldt“ am 1. März1893 seitens der Herren Premierlieutenant Gross und Dr. Kremser inden vorigen Aufsätzen dieses Sammelwerkes erstatteten Berichten sind dieErgebnisse der Temperatur-Itegistrirungen absichtlich übergangen worden,da dem Schreiber dieser Zeilen, als dem Constructeur des zum ersten Malemitgeführten „Ballonthermographen“ die, wie wir weiterhin sehen werden,schmerzliche Pflicht oblag, selbst hierüber zu referiren.
Es dürfte w r ohl keinem Widerspruche begegnen, dass man berechtigtist, sich bei einem mit so grossen Mitteln in Angriff genommenen Unter-nehmen, wie bei dem unserer wissenschaftlichen Ballonfahrten, nicht aufdie ausschliessliche Verwendung als völlig sicher erkannter Beobachtungs-methoden und Apparate zu beschränken, sondern dass auch die geboteneGelegenheit wahrgenommen werden musste, um eine Erweiterung undVervollständigung derselben auf experimentellem Wege zu erreichen. Diebei allen Ballonfahrten unvermeidlichen, durch die nothwendigen Arbeitender Ballonführung veranlassten Unterbrechungen der eigentlichen Beobachter-thätigkeit mussten unmittelbar auf das Bestreben hinleiten, ausser denpersönlichen Ablesungen der Instrumente selbstthätig erfolgende Registrirungender wichtigsten Elemente zu erhalten, um alle Beobachtungslücken ohneweiteres ausfüllen zu können.
Am leichtesten gelang dies bei den Werthen des Luftdruckes durchVerwendung zweckmässig construirter „Barographen“, welche durch dieweitbekannte Firma Pichard Freres in Paris in aller wünschenswertenGenauigkeit geliefert wurden.
Konnte man nun mit Hülfe dieser Apparate, deren Gang durch zahl-reiche directe Ablesungen eines Aneroid- und Quecksilberbarometers dauerndcontrollirt wurde, eine ununterbrochene Darstellung der verticalen Flugbahndes Ballons erreichen, so lag der Wunsch nahe, ein Gleiches für denwichtigsten Factor der Ballonbeobachtungen, die Lufttemperatur, zu er-möglichen. Bei den unmittelbaren Wechselbeziehungen, welche zwischender Höhe des Ballons und der Lufttemperatur bekanntermassen bestehen,musste jede Temperaturablesung ohne Kenntniss der gleichzeitigen Höhe