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Beiträge zu Erforschung der Atmosphäre mittels des Luftballons / Richard Assmann
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Assmaun: Ergebnisse der Ballonfahrt vom 80. Januar 1891.

Unterwerfen wir nun die einzelnen Elemente eingehenderer Betrachtung,so haben wir zunächst zu constatiren, dass der Luftdruck an der Erdober-fläche, wie wir oben schon gesehen haben, in langsamer Abnahme begriffenwar. Der Barometerfall betrug in Berlin während der Zeit von 9 a 2P1,0 mm, von 12 a 2P 0,6 mm, in Stettin aber während des letzteren Zeit-raumes 1,1 mm. Die Druckabnahme erfolgte demnach in Stettin erheblichschneller.

Aus den synoptischen Karten ergeben sich die gleichzeitigen Druck-differenzen zwischen Berlin und Stettin um 12 a = 0,6 mm, um lp = 0,4 mm,um 1 V 2 P =0,7 mm. Da der Ballon im Bereiche der unteren Luftströmungdem Druckgefälle folgte, mussten die Barometerstände für die zwischen denStationen liegenden Eahrtabschnitte nothwendigerweise einer Ausgleichungunterzogen werden, was am besten an der Hand der synoptischen Kartengeschehen konnte. Die Eahrt des Ballons ist als eine solche zu be-trachten, welche an der Grenze des Gebietes einer mässig intensivenAnticyklone und an der Vorderseite einer flachen, langsam heranrückendenDepression verlief. Der allgemeineWitterungscharakter zeigte dabei, vomBallon aus betrachtet, noch die Eigenthiimliclikeiten anticyklonaler Druck-vertheilung, während die Erscheinungen der Depressionswitterung, besondersstarke Bewölkung und Regen, von ll a an in der Eerne nach Nordwest zudeutlich erkannt wurden.

Die Lufttemperatur an der Erdoberfläche schwankte nur in engenGrenzen; in Berlin stieg dieselbe von 9 a bis 2P um 2,3°, ohne jedoch einegleichmässige Zunahme zu zeigen. Vielmehr finden sich an allen dreigleichzeitig beobachtenden Stationen, Schöneberg , Landwirthschaftliche Hoch-schule in der Invalidenstrasse und Meteorologisches Institut am Schinkel-platz, wiederholt unregelmässige kurze Auf- und Abwärtsschwankungen desThermometers.

In Eberswalde betrug die Schwankung in demselben Zeiträume etwa3°, in Stettin zwischen 12 a und 2P nur 0,3°.

So stellt sich die auf der Tafel angegebene Curve der ausgeglichenenTemperaturen als eine doppelte Schwankung dar, hervorgerufen durch dieabgeschwächte Wirkung der täglichen Periode in den von wesentlichanticyklonaler Witterung beherrschten Gegenden, sowie im zweiten Theileder Bahn beeinflusst durch die zunehmende Trübung unter dem Einflüsseder heranrückenden Depression. Die ganze Schwankung beträgt 1,6°.

Unter diesen Umständen wird man keinen erheblichen Fehler begehen,wenn man bei der Discussion der im Ballon angestellten Temperaturbeob-achtungen die tägliche Periode ausser Betrachtung lässt.

Die Curve des Aspirationsthermometers im Ballon auf unserer Tafel Izeigt beträchtliche Schwankungen, welche im Allgemeinen mit den Höhen-änderungen des Ballons in der Weise zusammenfallen, dass beim Steigen