Assmann: Ergebnisse der Ballonfahrt vom 30. Januar 1891.
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Die Geschwindigkeit der Fortbewegung’ des Ballons schwankte, wieaus Spalte 27 hervorgeht, in den verschiedenen Theilen der Bahn nichtunbeträchtlich, ohne dass deutliche Beziehungen zu der Grösse des Gradi-enten an der Erdoberfläche erkennbar wären.
Nach Höhenschichten geordnet, wurde beobachtet
Wind - Geschwindigkeit
in m. p. s.
400—
650 m Höhe . . .
. 15.2
650-
800 . . .
. 13.0
850—
1040 . . .
. 10.1,
1040 —
1220 . . .
8.9
1220 —
1240 . . .
. 12.9
1240—
1330 . . .
. 12.7
Hiernach fand im Allgemeinen eine Abnahme der Windgeschwindig-keit mit der Höhe bis zur Grenze von etwa 1200 m statt, darüber hinausschien aber eine Zunahme einzusetzen. Die im Obigen schon wiederholthervorgehobene Schicht von 800 — 1000 m Höhe zeigte auch hier insofernein abnormes Verhalten, als die in ihr angetroffenen Windgeschwindigkeitennicht unbeträchtlich von einander ab weichen.
Da die Erklärung der wechselnden Windstärke, welche wir „Böen“nennen, wohl schwerlich auf das Auftreten analoger kurzer Schwankungen inder Grösse des horizontalen Gradienten gestützt werden kann, bleibt kaum einanderer Grund für deren Zustandekommen übrig, als die Annahme verticalenLuftaustausches zwischen zwei mit verschiedener Geschwindigkeit über ein-ander strömenden Luftschichten. Das Zusammenfallen der Schichten solchenLuftaustausches mit denen wechselnder Windstärke macht einen Zusammen-hang nicht unwahrscheinlich.
Die Angaben der Spalten 28 bis 31 erheischen, eine etwas eingehendereBetrachtung im Vergleich mit den an der Erdoberfläche angestellten Be-obachtungen.
Bei der Auffahrt des Ballons in Schöneberg , welches im SSW derStadt Berlin , also bei dem herrschenden SSW-Winde an deren Luvseitegelegen ist, wurden ausschliesslich verwaschene, sogenannte „falsche“ Cirrenwahrgenommen, deren Höhe man auf 3—4000 m schätzte. Von tiefer-liegenden cumulusartigen Gebilden war keine Spur zu bemerken, bis derBallon die Höhe von 400 m erreicht hatte und über dem nördlichen TheileBerlins , entsprechend dessen Leeseite, hinfortzog. Hier bemerkte man vonoben her die cumulusartig aufgetriebenen graulichen Dunst- und Rauch-massen, welche etwa bis nach Blankenburg hin eine leichte Trübung derAtmosphäre nach der Erde zu bewirkten, nirgends aber den Eindruckeiner Wolkendecke machten,
Vergleichen wir hiermit die gleichzeitigen Aufzeichnungen der in Fragekommenden Stationen, so finden wir Folgendes;