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Beiträge zu Erforschung der Atmosphäre mittels des Luftballons / Richard Assmann
Entstehung
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57
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Assmann: Ergebnisse der Ballonfahrt vom 30. Januar 1891. 57

Aus diesem Grunde erschien mir eine Einrichtung- höchst wünschens-werte welche es ermöglichte, das Laufwerk des Aspirators vom Korbe ausfortgesetztaufziehen zu können, ohne den Apparat selbst heranholen zumüssen. Die bei den späteren Fahrten stets zur Anwendung gelangte An-bringung eines zusammensehiebbaren Hughschen Schlüssels von etwa 2 mLänge erfüllte den genannten Zweck vollkommen, sodass allein behufs derBefeuchtung des Musselins ein Heranziehen des Apparates erforderlich wurde.

Abgesehen von der Wichtigkeit der sorgfältigen Berücksichtigungaller die Sicherheit der Beobachtungen fördernden oder hindernden Momenteerscheint aber die folgende Auseinandersetzung noch aus einem anderen Grundenothwendig.

In meinenVorbemerkungen zu der vorliegenden Sammlung von Ab-handlungen, welche unter dem TitelNeue Untersuchungen über die physi-kalischen Verhältnisse der Atmosphäre mittels des Luftballons zu erscheinenbegonnen hat, sagte ich auf p. 4 Folgendes:Weiterhin sollen aber auchauf Wunsch Abhandlungen über solche Untersuchungen Aufnahme finden,welche von anderen Fachmännern angestelit worden sind, falls die Grund-bedingungen unseres Programms erfüllt werden. Und diese sind: 1. Ver-wendung gleichartiger, oder doch solcher Beobachtungsmethoden, welche einevolle Gewähr der absoluten Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse bieten.

Da mir die inzwischen seit meiner ersten Auffahrt bei späteren Ge-legenheiten gesammelten reichen Erfahrungen gezeigt haben, dass die strengeAufrechterhaltung dieser Bedingung unmittelbar über den Werth oder denUnwerth unserer ganzen Forscherarbeit entscheidet, so erfülle ich nur eine,zwar wenig angenehme Pflicht, wenn ich erkläre, dass alle mir bisher bekanntgewordenen Abweichungen von dem bei unseren Experimenten wohl er-probten Methoden in der Aufstellung und Bedienung der Apparate nichtunter diejenigen gehören,welche eine volle Gewähr der absoluten Zuver-lässigkeit ihrer Ergebnisse bieten.

Hierunter begreife ich in erster Linie alle diejenigen, nebenbei völligunmotivirten und nutzlosen Aenderungen im Gebrauche des Aspirations-psychrometers, welche an Stelle der durch das Laufwerk leicht zu erreichen-den permanenten Aspiration die durch fortgesetzte Compression eines Gummi-gebläses erzeugte setzten. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass dieununterbrochene Bedienung dieses Injector-Gebläses für längere Zeiträumeeinfach unausführbar ist wegen der unvermeidlichen Ermüdung, welche mitder Compression der Gummibirne verknüpft ist. Ausserdem ist der dieseArbeit Ausführende nicht im Stande, ausser derselben noch irgend eineandere Thätigkeit auszuüben. In allen Fällen, wo der Beobachter auchdie Bedienung des Gebläses auszuführen hat, wird entweder die Aspirationbei jeder Notirung einer Ablesung längere Zeit unterbrochen, oder die Ab-lesung erfolgt ohne die erforderliche Sorgfalt.