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Beiträge zu Erforschung der Atmosphäre mittels des Luftballons / Richard Assmann
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Gross: Erste Fahrt des „Humboldt“.

diesem Grunde leider genöthigt, von diesem sonst so verlockenden ProjecteAbstand zu nehmen, und beschlossen, für besondere Hochfahrten eine Er-leichterung des Gases durch Beimischung reinen Wasserstoffes zu erreichen.Verhandlungen mit der bekannten Gasfirma Pintsch zu Berlin wegen Er-bauung eines eigenen Wasserstoffgas-Entwicklers scheiterten an den hohenKosten der Gasbereitung auf nassem Wege (Zink- oder Eisenspäline mitverdünnter Schwefelsäure), auch lag die Gefahr bei diesem Verfahren nahe,dass der Ballon durch mitgerissene Säurereste angegriffen, oder auch dieKorbinsassen durch Arsen-Wasserstoff vergiftet werden könnten, wenn nichteine ganz gründliche Reinigung des Gases, welche viel Zeit, Mühe undKosten verursacht, vorgenommen werden konnte.

Schliesslich, wurde die Gasfrage durch das Entgegenkommen des Kriegs-Ministeriums und der Militair-Luftschiffer-Abtheilung zu o.ller Zufriedenheitdadurch gelöst, dass letztere reines Wasserstoffgas zu tlieilweisen .Füllungenunseres Ballons zum Selbstkostenpreise herzugeben angewiesen wurde undsich hierzu bereit erklärte.

Eine weitere nicht minder wichtige Frage war die der Beschaffungeines geeigneten Unterkunft-Raumes für unser Ballonmaterial nebst allemZubehör an der Füllstelle. Auch liier half uns in entgegenkommendsterWeise das Kriegs-Ministerium, welches uns 'eine gerade disponible ältereMilitair-Baracke von 20 m Länge und 9 m Breite zur Verfügung iiber-liess. Wir kauften diese Baracke, Messen dieselbe wieder gebrauchsfähigund für unsere Zwecke geeignet machen und umbauen. Nachdem unsereschöne grosse Ballonhalle, welche uns Herr W. v. Siemens seiner Zeit er-baut hatte, gefallen war, da der Platz, auf dem sie stand, und von demaus wir die ersten wissenschaftlichen Ballonfahrten mit dem „M. W.“ unddem „Meteor“ unternommen hatten, durch den Neubau der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt beansprucht wurde, schlugen wir diese neueBaracke in unmittelbarer Nähe auf und verlegten unsere Füll- und Aufstieg-stelle, die allerdings stark eingeengt wurde, dorthin.

In dieser Baracke richteten wir ein Zimmer für den aus Hamburg engaguffen aeronautischen Assistenten Schräder ein, welches gleichzeitigzur Unterbringung der kostbaren Instrumente diente.

Vom 1. Februar ab wurde ich selbst durch Allerhöchste Cabinetsordre auf6 Monate zur Ausführung der wissenschaftlicher Ballonfahrten vom Regimentabconunandirt und konnte mich nunmehr ausschliesslich diesem Unternehmenwidmen. Ich reiste in den ersten Tagen des Februar nach Hannover , nahmdort die fertige Ballonhülle in Empfang und hatte gegen Ende des Monatsnoch den stattlichen Ballon mit allen seinen einzelnen Theilen und Zubehör-stücken fertig montirt. Am 25. Februar konnte ich melden, dass der Ballonzur Fahrt klar liege; auch das Instrumentarium war fertig und stand wohlgeprüft zur Benutzung bereit.

Die auf den 26. Februar angesetzte erste Fahrt des mit dem Namen„Humboldt“ getauften Ballons wurde mit Freuden auf den 1. März ver-