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Erster Theil. Die Kunst, das Gewässer zu denen verschiedentlichen Nothwendigkeiten des menschlichen Lebens zu leiten, in die Höhe zu bringen, und vortheilhaftig anzuwenden.
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56 Architectura Hydraulica. Erſtes Buch. 5

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Flaͤchen die Freyheit zu laſſen, ſich voneinander abzuſondern, als es noͤthig ſeyn wuͤrdk!

wann die Friction einer einigen Ober⸗Flaͤche nur allein uͤberwunden werden ſollte, wei 1

aus eben beygebrachter Urſach, eine Laſt von 720. Pfund hier ſtatt hat. Woraus dau

105 zu erſehen, daß es Faͤlle gibt, wo eine mittelmaͤſſige Laſt, ſehr vielen Widerſtand thun

an. 3 N

Fig. 9. 9. 227. Hatten wir nun eine verticale Ober⸗Flaͤche A B, gegen welche, eine bol

Diejenige kr. denen Seiten des Cörpers E. G appliciret waͤre/ und eine Potenz P ließ dieſen Coͤrper längs

e 1 8 dieſer Ober⸗Flaͤche A B, herauf⸗ und herniederſteigen, und zwar nach einer Direction F a

i die vom Centro gravitatis dieſes Cörpers ausgehet, und mit der Ober⸗Flaͤche parall

gen eine vertical lauft: So iſt gewiß, daß, da dieſe Potenz die ganze Laſt erhaͤlt, ſie mag auch o ge

ſtehende Ober⸗ ſeyn, wie ſie will, die Friction der einen Seite dieſes Coͤrpers, ſehr wenig ausmachen wis

Flache anreibet, weilen zu behaupten ſtehet, daß, wo keine Preſſio oder Druckung angetroffen wird, auch keit 5

e er Erittion ſtatt haben kan. Inzwiſchen, wann dieſe beyden einander beruͤhrenden Ober 10

nemlich an ſei, chen in ſolchen Umſtänden befindlich ſind daß ſie ſolche hervorragende oder erhabene Tha

nem Centro gra- gen an ſich haben, die beſtandig ineinander eingreiſſen, wie wir uns ſolche biß anherd J

vitatis in der Luft geſtellet, wird der Coͤrper dannoch nicht in die Hoͤhe ſteigen, ohne daß er nicht. es ſey al jgehalten wird. noch ſo um ein weniges, von ſeinem verticalen Stand abweichen ſollte, um ſich von

Ober⸗Flaͤche A B, abzuſondern, und ohne daß die Potenz P, nicht mit ein wenig mehiſ,

rerm Nachdruck aeiren muͤßte, als hier der Nachdruck des Cörpers betragt, und auf wel

chen ſich eben die hier vorfallende Friction beziehet, die man nicht mit derjenigen conte

ren muß, die von der abfoluten oder geſamten Schwehre des Cörpers entſpringt. Z E 650

wohl wahr, daß ſich die Pompen⸗Stoͤcke oder Plompen⸗Stempel mit ihren Kolben 0

der innern Wand der Pompen⸗Roͤhren, oder an der innern Runde des Stiefels reiben,

und eine Friction verurſachen. Da inzwiſchen aber bloß allein der obere Cireul an 9555

Stempel⸗Kolben, die ganze Laſt der Waſſer⸗Saͤule traͤget, und nicht deſſelben Seilen

Fläche, und uͤber dem auch noch das Leder, womit ſelbige umgeben, ganz biegſam iſt ul,

beſtaͤndig nachgibt, ſich alſo um ſo viel beſſer mit dem Pompen⸗Stiefel vereinigen kau,

So mag auch die krition beſchaffen ſeyn, wie ſie will, ſo hat ſie mit der Schwehre 55

Waſſer⸗Saͤule nichts gemeinſchaftliches. Und wann man ſich von denen Vortheilell f

nes Pompen-Kolbens ohne aller Friction hat verblenden laſſen, kommt es daher, daß.

auf die Natur oder Eigenſchaft des ſich in dergleichen gedachten Umſtand befindlichen K“

5 bens, nicht genugſam attentiret hat. a f ö 00

Fig. 9.. Befaͤnd ſich hier aber noch eine andere Potenz O. die den Coͤrper D.,

Wann eine verti- einer mit der Seite E G perpendiculair-lauffenden Direction Q D, gegen die Ober 919

cal ſtehende O- che A B anſtöß oder antrieb, muͤßte die erſte Potenz P, ſo ſie anders den Cörper B 10

ber⸗Fläche von Steigen bringen ſoll, ſtärker ſeyn und mehr Kraft beſizen, als wir ſelbige vorher aun

5 nommen haben, weilen ſie nunmehro noch die von der Fotene Q ihrer Druckung can ederum perpendi- Friction überwältigen muß. Setzen wir alſo, dieſe Druckung betrug 30. Pfund, un e

culair geſtoſſen Laſt 40. Pfund, ſo muß die Potenz P, 50. Pfund Kraft beſitzen, weilen ſie nach 401 55 8 mit der Flaͤche A B parallellauffenden Direction agiret, nothwendig alſo die von der Fricie1 cauſirte Reſiſtenz, den dritten Theil der Potenz betragen muß. alsimmer den dri Abſtrahiren wir nun aber von der Potenz P, und machen uns die Vorſtellung o:ten Theil der kuhete der Coͤrper E&, auf einem horizontalen Plano H C IEK, waͤhrend er von der nDruckung. tenz Q, gegen die verticale Ober⸗Flaͤche A B, wie vorhero, hier aber wieder von einer edern Potenz M. nach einer horizontalen mit der Ober ⸗ Flaͤche A B parallel LauffenDirection M L,, angetkieben oder fortgeſtoſſen wuͤrde; So ereignet ſich hier, daß die entenz M zwey Hinderniſſe überwaͤltigen muß, nemlich, die kriction des Cörpers D dg,

mit der verticalen Ober⸗Flaͤche A B. cauſiret, und dann die Friction dieſes nemlichen g

pers, die er auf dem horizontalen Plano H I wuͤrket. Dann, die gegen die vertzeale— woeFlaͤche AB geſchehende Druckung, man mag auch der Potenz Q. eine Kraft zueignen ftman nur will, vermindert die Acton der Schwehre des Coͤrpers keinesweges, ſonden dal,

druckt das horizontale Planum C H K 1 eben ſo wohl, als wann die Potenz G. gar nich Thelbey waͤre.(5. 68.) Der dritte Theil der Potenz Q, und der noch hinzu gefuͤgte dritte*der Schwehre des Coͤrpers, exprimirt alſo die Potenz O-.tig · 10. F. 229. Hieraus folgt alſo, wann wir eine vertieale und unbeugſame Fläche Basehaben, die zwiſchen denen beyden Stand⸗Saͤulen oder Staͤndern AB und C einpangeund von einer Potenz O, nach einer perpendieulairen Direction O1 geſtoſſen oder ſolchetrieben wird, daß diejenige Potenz P, die etwan dieſe Flaͤche eleviren wollte, eine 15Kraft oder Staͤrke beſitzen muß, die nicht allein ihrer Schwehre, ſondern noch uͤbeld

Woraus dann eben zu erſehen, daß diejenige Schwuͤrigkeit, die man bey denen e deſen antrift, allwo es nemlich ſo hart hält, wann man ein Schug ⸗Brett⸗ welch. ſclchLauf des Waſſers hemmet, eleriren will, von zweyen Urſachen herkommt, nemlich er og

dem dritten Theile der Potenz O; oder ihrer wurkenden Druckung, gleich ſenn d

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