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Zweyter Theil. Die Kunst, das Gewässer des Meeres und der Flüsse zum Vortheil der Vertheidigung der Festungen, des Handels und des Ackerbaues anzuwenden.
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30 Waſſer⸗Baukunſt. Erſtes Buch.

afel II. Amſtrong, blieb noch einige Zeit allda, und ſuchte den Bau der neuen Schleuße, unter

mancherley ſchlechtem Vorwand, zu hintertreiben. Er gab ſogar an ſeinem Hofe vor,ben zu unterbre⸗ als ob dieſer Canal eben ſo brauchbar fuͤr Frankreich ſeyn wurde, als es der geſchleift?

chen, unter dem 6 7770Vorgeben, als ſey Hafen geweſen waͤre.

ſolcher dem gten 8 5Art. des Utrechter Zufolge dieſer Vorſtellungen ließ der Koͤnig von England durch ſeinen Miniſter inFel dens zuwi⸗ Frankreich ein Memorial uͤbergeben, des Inhalts: Daß weil dieſer Bau des neuen5 Canals und der Schleußen dem IX. Art. des Friedens⸗Tractats zuwider liefe, ſelbi-ger eingeſtellt werden moͤchte. Weil aber der Koͤnig des Gegentheils uͤberzeugt war,ſo befahl er dieſe Arbeit fortzuſetzen. Am 17 Oct. da der Bau ſchon weit gefoͤrdertwar, wurde unter das Mauerwerk der großen Schleuße eine bleyerne Buͤchſe, mieiner goldenen und vier ſilbernen Medaillen, benebſt einer Aufſchrift auf einer kupfernen

Tafel,(welches alles vom Koͤnige geſchickt worden war,) eingelegt.

Die Schleuße im 101. Hr. le Blanc, aus Beſorgniß wegen der großen Gefahr, in welche ditFnar wiid am Ar Landſchaft gerieth, durch die nahe bevorſtehende Winternäſſe Aberſchwemmet zu wer-Jenner 1715. fer den, trieb durch ſeine beſtaͤndige Gegenwart, auch ſelbſt durch Geſchenke, die Arbeitetdig. Beſchreibung an der Schleuße dermaßen zur fleißigen Arbeit an, daß man am 11 Jenner 1717. dadieſes Canals letzte Schleußenthor ſetzte; ſo daß hierdurch die Schleuße zu Annehmung des Waſſersund der dazu ge- aus dem Lande in vollkommenen Stand kam.

hoͤrigen Schleuße.Dieſe Schleuße, eine der ſchoͤnſten in Europa, hatte zwey Durchfahrten: eine von4% Fuß breit, fuͤr Schiffe vom erſten Nange; die andere von 26 Fuß, fuͤr kleinereSchiffe. Die Lange derſelben war 46 Toiſen 2 Fuß. Der mittelſte Pfeiler war 300 dick, und eine jegliche Seiten⸗Mauer 24 Fuß, ohne die Gegenpfeiler mit zurechnen. a

Die Laͤnge des Canals wurde uͤberhaupt 3384 Toiſen; die Einfahrt, 1.Chenal) von der Schleuße an, bis ins Meer, war 50 Toiſen breit 15 20 Gußtief; jedoch ſollte ſie durch den Zug des Waſſers, vermittelſt des Spiels der Schleußennoch tiefer werden. 5

Am 6 Febr. laßt 102. Nachdem der Bau ſo weit zu Stande gebracht war, d 8 Waſſer1 em b erſtenmal ablaufen laſſen konnte, 15 ſich Or.. Blog andlber Canadawuͤnſchten Erfolg zu Duͤnkirchen, Graf d' Herouville, in Begleitung des Stadt⸗Magiſtrats, am 90ſpielen, Hr. le Febr. 1715. an die Schleutße. Mian oͤffnete die Thore beyder Durchfahrten, wodur öBlanc uͤberführet ſich das Waſſer abzog. Die Freude der Einwohner, ſowohl in Duͤnkirchen als 7een e Lande, war nunmehr ſo groß, als vorher ihre Beſorgniß wegen UeberſchwemmunVorſtellun gen, gen geweſen ſeyn konnte.daß der Canal zu f 8 8 ö. hmMandy den Nach ſolchem gluͤcklichen Erfolg, welcher dem Hrn. le Blanc nicht mindern Ru 9N wider als Vergnuͤgen brachte, gieng er am 15 April nach Hofe ab. Hier ſahe er, wie oben„ was der Engliſche Abgeſandte in Frankreich, Graf von Stairs, aus einem ſehr hoseTone wider den neuen Canal, um ihn wieder zu zernichten, geſprochen, einigermaf,Eindruck gemacht hatte; aber dieſer wuͤrdige Intendant, und nachheriger nicht bder wuͤrdige Kriegs⸗Miniſter, ſprach deßhalber im koͤnigl. Conſeil mit ſolcher Berſamkeit und Kraft, daß der bemeldete Abgeſandte des Gegentheils uͤberfuͤhret wurde.zher-Weil nun der Koͤnig von der Nothwendigkeit des Canals und der Schleuße 3

zeuget war, auch wie unumgaͤnglich es waͤre, daß dieſes Werk zur Vollkomu eh i

gebracht wuͤrde, ſo verſicherte Er ihn ſeines Schutzes, und zeigte dabey, ungeSeines hohen Alters, die groͤßte Standhaftigkeit. Aber Se. Majeſt. näherte ſich 500%Ende Seiner glorreichen Regierung, denn Er ſtarb am 1 Sept. deſſelben Jahrs.

8 elaſſen

dm Mon are. oz. Das Waſſer, welches man oft durch die Schleuße zu Mardyck eingen ieie Wien hatte die Einfahrt(le Chenal) um ſo viel vertiefet, 900 ſchon 15 April 1716. 0Schleußen die darein laufen konnten. Unter andern gieng eine Fregatte von 34 Canonen, 1 denSe der großere Durchfahrt der Schleuße, in den Canal mit ſuͤßem Waſſer, bis hinten Sieah ife ole che alten Hafen, welches den Duͤnkirchern eine unausſprechliche Freude verurſachte, ſſſen;0 910 e haͤtten gern alle Betruͤbniß uͤber die Schleifung ihres Hafens und der Feſtung 1 cherndaß eine Fregatte aber die Englaͤnder, als ſie ſahen, welche Vortheile der neue Canal den 0 ct:von 34 Canonen bringen wuͤrde, waren abermals auf das Verderben ihrer ungluͤcklichen Stadt

in den Canal mit denn ſie konnten das, was ſie ehedem von ihnen erlitten hatten, keineswegs verg, 94. Oer