8 Waſſer⸗Baukunſt. Erſtes Buch.
Tafel V. Perpendicular⸗ Linien R2, und K 4, jegliche ſo lang als die groͤßte Dicke der Mitte der—bhorflͤgel,(welche Dicke ſich nach der Hoͤhe und Breite, wie auch nach dem Druck de111 aufzureiſſen Waſſers richten muß). Wenn dieſe Thorfluͤgel krumm oder bogenfoͤrmig werden ſollen/N ſo verlaͤngert man die jetztgedachten Perpendicular⸗Linien, um die Linien zr, und 49
zu bekommen, deren jegliche dem halben Diameter G E, oder ge gleich iſt; und aus denPuncten r, und s, als aus Mittelpuncten, beſchreibt man die krummlinichten Verkifungen, und beſtimmet die Endpuncte derſelben, indem man aus dem Puncte B. mit, der
15 Weite BD, einen Eirkelbogen D 9, zieht, als welcher der Weg iſt, welchen ein Thor,fluͤgel im Auf⸗und Zugehen nimmt. 5
Die Vertiefungen, wie 5, 6, ſind, naͤmlich fuͤr geradlinichte Thorfluͤgel, machtman 22 Fuß, an großen Schleußen, und nur 2 Fuß bey mittelmaͤßigen. In beydenFaͤllen giebt man den Linien T 10, oder V, nur à von dieſer Vertiefung, gleichwie auden Linien 10. 9, und 7. 8; wobey man aber die Kannten abſtoͤßt, wie bey 8, und 9
a ſehen iſt.
Die Fugen 2 2, welche zu denen Verdaͤmmungen bey noͤthigen Ausbeſſerungen dienen, machet man jegliche, bey großen Schleußen, einen Fuß ins Gevierte, und nur?5 Zoll bey mittelmaͤßigen. Die erſte ſteht von der Ecke H, um 2 Mobuln ab, und die
zweyte, um Moduln: daß alſo der Kaſten zur Verdaͤmmung 3 Moduln breit wird/d. i. ohngefaͤhr 101 Fuß, bey großen Schleußen. f a
Weiſe, die kleine 126. Wenn kleine Waſſerleitungen oder Ablaͤße im Innerſten der Seiten⸗MaueriAder llclaße, im angebracht werden ſollen, damit das Waſſer von t S 1 7 1 5 anderJunern der Sei flieſſen koͤnne, ohne daß man deßhalber die Thore oͤffnen duͤrfe, ſo kann man dieſel öden⸗Mauern, zu auf zweyerley Weiſe aufreißen, naͤmlich entweder in Geſtalt eines Cirkelbogens, wie 0entwerfen. ches bey 1314, zu ſchen iſt; oder auch in etlichen geraden Linien, wie 16, 17
g darſtellt. Der Cirkelbogen ſchickt ſich jedoch beſſer dazu, weil das Waſſer, wenn es 17Ecken antrifft, mit ſeinem heftigen Zuge in der Mauer leichter durchſtreicht. In beyde.Faͤllen machet man ſie, naͤmlich in großen Schleußen, einen Modul breit. Wenn fbogenfoͤrmig angeleget werden, ſo nimmt man zu ihrem Mittelpuncte den Punct Oz; A1 6zum halben Diameter die Weite O, zo, Welche 9 Moduln lang iſt; zum groͤßerngen aber macht man den halben Diameter 10 Moduln lang. Solchergeſtalt iſt deStuͤck Mauer zwiſchen dem Ablaße und der Schleußenkammer, wo es am ſtaͤrkſten il3 Moduln dick, und der Ablaß ſelbſt einen Modul breit.
Wenn man dieſelbe Waſſerleitung mit geraden Linien oder Ecken anlegen wil fmachet man das Stuͤck Mauer zwiſchen ihr und der Kammer ebenfalls 3 Moduln wa-Dem Eingange zu beyden Seiten giebt man eine Breite von 12 Modul, damit fzWaſſer leichter eindringe. Uebrigens darf man nur die inneren Ecken des Mauerwer
verbrechen, ſo daß dieſe verbrochenen Ecken ohngefaͤhr 12 Modul lang ſind.N wor
Die Seiten, Mau⸗ 127. Es iſt ſchwer, ſelbſt aus den ſchoͤnſten Schleußen die jemals angelegtwie 8 den ſind, eine allgemeine Regel zu Beſtimmung der Dicke der Seiten⸗Mauern 300 zithechſeyn, als die groß da man bey Schleußen, welche gleich breit ſind und gleich hohes Waſſer uͤber 121te Höhe des Waß, Boden haben, hierinnen einen ſehr großen Unterſchied findet, obgleich das Mauerſers, das dur ch⸗ von gleicher Guͤte iſt. Denn man haͤtte ſich nicht zu verwundern, wann man as alsbon Bod 5 oe tern, wo Steine und Kalk nicht beſonders gut ſind, die Schleußen⸗Mauern dicker a4Schleuße an ge⸗ an andern Oertern, wo die Materialien nicht ſehr gut ſind, gemacht haͤtte. Mas detrechnet. hierbey nicht auf das zu ſehen, was etwa die Theorie in Anſehung des Dru b Er,Waſſers gegen die Mauern lehren kann, und ſich vielmehr nur auf wohl gepruͤlte eresfahrungen zu verlaſſen; und dieſes um ſo viel mehr, weil die der Gewalt des 0 1bloß geſtellte Werke gewiſſen Zufaͤllen unterworfen ſind, die billig vorher geſehenden muͤſſen, und wobey man nicht allzu wirthſchaftlich verfahren darf.
Nachdem ich uͤber eine ſo wichtige Sache reiflich nachge bin ich der.nung, es ſey voͤllig ſicher, die Dicke der Sen Mae 5 9005 pg groͤßten Washwelches uͤber den Boden einer Schleuße laufen ſoll, gleich zu machen, ſonderlch uhrSchleußen zu Kriegsschiffen: welche Regel, wie aus dem folgenden Capitel noch flerhellen wird, ſehr beurtheilungsvoll wird, anſtatt, wie gleichwohl viele Kunſtbe detdige es gern haben wollten, ſich mit der Dicke dieſer Mauern nach der Breite henSchleußen zu richten. Denn manche Schleuße, die nur 26 Fuß breit iſt, hat 19 5 bh,ſo große Hoͤhe Waſſers auszuhalten, als andere von 40 bis 46 Fuß, wie ode