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Zweyter Theil. Die Kunst, das Gewässer des Meeres und der Flüsse zum Vortheil der Vertheidigung der Festungen, des Handels und des Ackerbaues anzuwenden.
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32 Waſſer⸗Baukunſt. Erſtes Buch.

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Noͤthige Behutſam-keiten, wenn manUmdaͤmmungen zumBauen in einemFluſſe anleget.

Tafel XIII.Fig. 1. und 2.

mungen beym Waſ—-ſerbau in Form derKaͤſten anzulegenſind.

Erde abhelfliche Maaße geben.

218, Um den Grund eines Baues in einem Fluſſe anzulegen, waͤhlet man daf

ſo kann man dieſer Unbequemlichkeit durch einen Gegendamm von Flechtwerk und Tho

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diejenige Jahreszeit, wann das Waſſer am ſeichteſten zu ſeyn pfleget. Bevor man 10 n

da die Verdaͤmmungen zu machen anfängt, geht man laͤngſt am Ufer? unterhalb 9Baues hin, um in Augenſchein zu nehmen, ob nicht irgendwo eine Schleußeein anderer Vorſprung ꝛc. iſt, der das Waſſer aufhaͤlt, damit man alle noͤthigeſichtigkeit anwende, ihm einen Ablauf zu geben, und es ſo niedrig als moͤglich zu

chen. Zuweilen leitet man einen kleinen Fluß gaͤnzlich von der Stelle des Bauesindem man ihm einen andern Canal, in Geſtalt eines Bogens graͤbt; oder, wogder Fluß zu breit iſt, ſo verſperret und verdaͤmmet man ihn zum Theil, damit dag

Waſſer nur an der andern Seite flieſſen kann. Aber in allen dieſen Faͤllen iſt es% 1

äuſſerſter Wichtigkeit, alles vorher zu ſehen, was durch ploͤtzliches Antwachſen desſers uͤbels entſtehen kann, damit es, wenn es aufſchwillt, freyen Lauf behalte,

nicht uͤber die Verdaͤmmungen trete, oder auch, zur Zeit wann die Feldfruͤchte!

Lande ſtehen, dieſelben nicht durch eine Ueberſchwemmung verderbet werden.

219. Wenn man den Ort, wo man eine Umdaͤmmung anlegen will, nicht tro 1090

machen kann, wie ſolches in großen Stroͤmen und in den Haͤfen des Mittellaͤndi

Meeres, wo keine Ebbe und Fluth iſt, geſchieht, ſo thut man es durch Anlegung,Weiſe, wie Umdaͤm⸗wiſſer Werke, in Geſtalt der Kaͤſten(par encaiſſement). Man pflanzet zwey Nei

Grundpfaͤhle, die mit einander parallel gehen, und nach Proportion der HoWaſſers bald naͤher, bald weiter von einander; und dieſe verbindet man mitbaͤndern und Riegeln. Hernach ſchlaͤgt man, innerhalb dem Kaſten, laͤngſtbeſagten Grundpfaͤhlen, Reihen Spundpfaͤhle ein, welche einen Coffer oder

machen; und dieſen erfuͤlet man mit Thon-Erde oder anderem klebrichten Erdeauch wohl zuweilen mit Kreide, als welche, wenn ſie wohl eingemacht wird, e

feſt als Thon⸗Erde wird. Aber vorher reiniget man mit Kratzen, oder andernders dazu eingerichteten Werkzeugen, den Boden vom Schlamme, um das

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werk des Kaſtens darauf ſetzen zu koͤnnen, und zwar tiefer, als der Grund(Bode,

des Meeres oder des Stromes iſt, um dadurch zu verhindern, daß das Waſſer

ſeihe, wie ſolches ſonſt gewiß geſchehen wuͤrde: denn weil die groͤßten Waſſer-

Weiſe, wie die Thon-Erde zum Gebrau-che bey Anlegungder Kaͤſten zugerich-tet werden muß.

Tafel XIII.Fig. I. 2. 4.und 6.

Beſchreibung desKaſtens oder Baͤren,dergleichen manbeym Bau derSchleuße zu Grave-lines, im Jahr 1699.angeleget hatte.

(Colonnen) daruͤber ſtehen, ſo wirken ſie dawider mit ſtaͤrkerer Gewalt, als 7%

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die übrige Hohe. Die Tiefe des Einſchlagens der Pfähle im Erdboden, iſt nachBeſchaffenheit der Erde zu ermeſſen: daher man ſie vor allen Dingen mit ſehr 9 g

Suchern erforſchet haben muß.

220. Die Thon⸗Erde recht zum Gebrauche zuzurichten, zerſtoͤßt man ſie anlich in Stuͤcken, ohngefaͤhr ſo groß wie Eyer, damit man ſehe, ob ſie nicht Sankleinen Kies(Grand) in ſich habe. Hernach begießt man ſie, um ſie zu treteneinzumachen; welches jedoch erſt Tages hernach, nachdem man ſie eingeſprenget,

geſchieht. Hierbey iſt ſonderlich in Acht zu nehmen, daß ſie nicht zu ſehr, au

zu wenig eingeſprenget werde. Daraus machet man hernach Baͤlle, welche man i 4r ſo„fend 8Waſſerhoͤhe gekommen iſt, auch wohl noch hoͤher, wenn es im Meere iſt, damit!!

Kaſten hinab wirft; da dann, je mehr man ihrer hinunter wirft, das Waſſermehr aus dem Kaſten tritt. Die Arbeitsleute ſtampfen ſie ſchichtweis mit denannten Jungfer, ſo lange bis man ohngefaͤhr zwey Fuß uͤber die auſſerhalb b

bey Sturmwetter die Wellen daruͤber ſchlagen.

221. Wenn ſolche Umdaͤmmungen itzt beſchriebener Maaßen in Geſtalt 0

ſten angeleget werden, ſo iſts nicht noͤthig ſie ſo dick zu machen, als im erſten 05

ſaget worden: ihre Dicke darf nur den dritten Theil der auszuhaltenden Hoͤhe deſers gleich ſeyn.

riß eines ſolchen Kaſtens oder Baͤren; und die Zeichnungen ſind ſo deutlich/mich nicht laͤnger dabey aufzuhalten brauche. Nur dieſes muß ich annodaß wenn ſich der Kaſten nach einer Seite neiget, weil die Riegelhoͤlzer auzahnung der Streben weichen, auch etwa nur wankend werden, oder auch,Grundpfaͤhle ſich ſeitwaͤrts beugen, wenn ſie nicht tief genug eingeſchlagen,

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ſie im Grunde locker machen: ſo ſtuͤtzet man den Kaſten mit andern Strebe

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auch endlich, weil unten an den Grundpfaͤhlen Schwindgruben entſtanden fine

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