hatten die Unterthanen Gelegenheit freyer zu all),men. Die Kayser eiferten mit den geistlichen undweltlichen Herren , den Städten Vorrechte zu ge-ben , weil die Städte ihnen den Dienst von Festun-gen thaten und sie nlitGkld unterstützten, g) DieBürger erhielten Zutritt zu Aemtern Und Lehen;die Dörfer und Flecken bekamen Öffnungen; überalverbreiteten sich unter dem gemeinen Manne mitmehr Freyheit mehr Runstfleiß, und damit mehrReichthum und Lebensart. Unter allerley Bedin-gungen wurde selbst den Leibeigenen ihr Zustanderleichtert. Hie und da überliessen ihnen die Herrettein Grundstück, und zwar, theils wegen Mangeldes Geldes, theils wegen Vcrbott der Geldzinse,um einen ewigen Grundzins an Vieh oder anFrüchten. Derjenige der ein solches Gut abtrat,bekam für sich und für alle Nachkommen nicht mehrals den verabredeten jährlichen Ertrag: der Ueber»nemmer aber, je nachdem er das Gut verbesserteoder verabsäumte, konnte dabey gewinnen oderverlieren. Da er itzk nicht bloß für den Herrn,sondern für sich selbst arbeitete, so mußte sein Fleißsich verdoppeln; der Trieb zur Fortpflanzungmußte sich durch die Hoffnung, brauchbare Hiifs-Hände zubekommen, vermehren.
In den Zeiten der schwäbischen Rayser machte manAnspruch auf Geschmack und Lebensart. InThurgau, in Zürich und in andern Gegenden vonHelvetien herrschten riltersthastliche Galanterie undDichtkunst. Gleich weit entfernt von gänzlicher Bar-barei und von ausgeschlicfner Verfeinerung, ward
L) Otto von Frersmgen. B. H. »z.