Band 
Erster Theil.
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den Mißbrauch allzu ängstlicher Orthodoxie beyden Päpstlern einsah, gcricth man hie und da aufdas entgegengesetzte Ertrem; aus dem Kerker desAberglaubens taumelte man in den Abgrund destrostlosen Unglaubens. Mit Hintansetzung nichtweniger des eigenen Beobachtungsgcistes als derheiligen Bücher, folgten nun mehrere jener Blend-laterne der griechischen Philosophie, und zwar,wie sie von ihren unächten Schülern, den Arabernsowol als den Alexandrinern und Ronstantinopo-litanern noch täuschender ausgemalt worden. Diegelehrte Republik war in zwo Hauptfactioncn ge-trennt, in die aristotelische und in die platonische.Aus ihrer Vermischung wurden die seltsamsten Miß-geburten erzeugt. Ioh. pic, Fürst von Mirando-la, verband mit griechischer Weisheit die Labba-la der Juden; selbst Zwingst, als er noch zu Ein-siedcln studieret, machte sich MirandolanischerLehrsätze wegen verdächtig; u) einer der ersten undvorncmmsten Gegner desArisiots warvernardo Ti-lesio; v) bey diesem hatten die beedeu Zürcher,Johann Jacob Ammann und Rudolf Collin,eine freyere Denkart gelernt. So wenig Wehrtan sich selbst die neuen Lehrsätze hatten, immerWerthes genug, daß durch sie die ältern Meinun-gen verdrängt und so unvermerkt die Gemütherzum Selbstdenken erweckt wurden. Theils von dendurchreisenden Jtaliänern, theils von den eydge-nößischen Pensionnairs, die aus italiänischem Kriegs-dienste zurückkamen, wurden freylich die Neuer

u) S. Jac. Hottingcrs Kirchengesch. Th. lll. s. 15.

v) S. Cvndilsacs Cour; it'etlüle p. XV. s. 191.