Band 
Erster Theil.
Seite
212
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SIS -

Ausser dem Religionseifcr wurden die Anwerbun-gen ohne Zweifel auch durch die herrschende Theu-runq erleichtert. Nicht nur von Mailand undSavoyen aus war die Ausfuhr des Getraydes ge-sperrt; auch die Stadt Lucern wurde vvm vrod-Mangel hart gedrückt. Der Rath daselbst verlang-te Zufuhr von dem Stifte zu Münster; nach Ver-weigerung derselben forderte er die Chorherren zurRechenschaft nach Lucern. Diese Vorfordcrung be-trachtete der stolze Nuntius als Verletzung seinergeistlichen Rechte; bey Strafe des Banns unter-sagte er den Chorherren jede Verantwortung vordem weltlichen Richter. Ueber dem Haupte desNuntius zog sich ein fürchterliches Wetter zusam-men; auf Anrathen der Jesuiten ergriff er die geist-lichen Waffen; die Angesehensten unter den Bür-gern versammelte er in der Hauptkirche, in der Hof-nung, daß er in dem Heiligthume desto sichererseyn werde; zu mehrerer Sicherheit stellte er unterfeycrlichcm Gepränge des Venerabile auf den Hoch-altar; alsdcnn that er seinen zwar sehr ernsthaften,zugleich aber gemäßigte,« Vortrag, drang sonder-heitlich auf die Beobachtung des neulich bcschwor-neu Bundes; versprach das Dannschwerdt, welcheser gegen sie zücken wollen, in die Scheide zu ste-ten; versicherte, daß er weit entfernt sey, ihre bür-gerlichen Freyheiten zu kranken, hingegen hoffe er,daß man auch die Chorherren zu Münster werde»ngekrankt lassen. — So weit Thuanus.