- 4°9
Weiber und Kinder, auch der Säuglinge tn denArmen der Mütter. — Ja wol, fuhr der Feldherrin seiner Rede fort, ja wol, habt auch Ihr Ursa,che zu jammern, Ihr Weiber und Töchtern; vieleunter Euch könnten wir bey Namen nennen, wel-che ihre Männer und Bruder und Buhlen noch auf-gehetzt haben. — Als man fragte : Ob keiner vonden Rädelsführern vorhanden sey , Cornet Mülleroder des Weibel Goldschmids Sohn, — trat dieserunter dem Haufen hervor; da bin ich , sprach er,und wollte sich rechtfertigen; sogleich aber ward ergefänglich ins Schloß weggeführt. Weiter fragteman: — Wer war derjenige, der erst noch vcrwi-chener Tage mit einer Flinte in die Kirche trat? Woist jener Tollkühne, der mit dem gespannten Feuer-rohr vorm Bürgermeister hin und hcrgauckelte? EinRichter Ho;, der auch nicht zugegen ist. — Weibelwynmann von Richtmschweil, welcher der Obrig-keit treu blieb, bat im Namen aller, daß man ihnenihr Gewehr zurückstellen möchte ; wir flössen an dieGränzen, sprach er; ohne Gewehr sind wir nichtsicher vor dem Uebcrfall der Nachbarn. — Weit mehr,erwiederte der Feldherr, können wir uns auf dieseals auf solche unruhige Köpfe verlassen; endlich be,gnügte er sich, die Flinten in das Schloß zu schi-cken, das Seitengewehr überstellte er ihnen zurück.—Mit aufgehobener Hände schwuren sie izt der Obrig-keit den Eid dcr Treu und des Gehorsams. —Nunmehr, fuhr Statthalter Lcü in gclinderm Tonefort, nunmehr will ich Euch wieder liebe Leute hcis.sen; tretet in die Fnßstapfcn eurer frommen Doräl.lern, die im Jahre 1351, bey Dattwyl das Panncr