Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
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den diese so heftig erbittert, daß sie nächsten Sonn,tags unter den heftigsten Dränungen selbst Handan das Chorgitter legten, dasselbe so wol als dieThüre desKirchthurms öfneten, einen gewissen Jun-gen übel mißhandelten, ihren ehmaligen Platz in-ner dem Chor behaupteten und die Wache des Prie«sters aus dem Kirchthurme verjagten. Sogleich Tagsdarauf benachrichtigten sie hievon den Landvogt zuFrauenfcld; nach eingeholter Nachricht, belegte erdie Reformirten , wegen des verübten Unfuges, miteiner Geldbusse von iooc> Gulden, ihre Anführeraber vcrurthcilte er, theils zu schweren Geldstrafen,theils zur Gefangenschaft und Landesverweisung.Den Meßpriestcr entließ er mit freundlicher Zurecht-weisung und der Wachter, der mit einem Viel dieThüre zum Kirchthurm versperrt hatte, gicngvollends frey aus. Ungeachtet der Rauton Zürichein Mißfallen hatte an dem Betragen der Reformir-ten, so schien ihm nichts desto weniger das Urtheildes Landvogtes partheyisch. Alles indeß, was siedurch hohe Zwischenkunft erhalten konnten, bestanddarinn, daß der Landvogt das gefällte Urtheil mil-derte und sich mit einer Geldbuße von Zoo Guldenbefriedigte.

Im September gleichen Jahres unterstand sichder Prior der Rarthaue zu Ittingen , als Lolla-tor der pfarrey Hüttweilen, in der Kirche daselbstdie Kanzel des reformirten Predigers hinwcgschaffcnzulassen und diesen zu nöthigen, daß er sich der ka-tholischen Kanzel bediene; zugleich auch ließ er dasChor mit einem Gitter verschließen. Erst nach wie-derholter, schriftlicher und mündlicher Unterhandlung