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kommen als Eigenthum und Erbtheil, wenn ers alsAdelsbrief um so viel höher schäzt, je alter es seynmag, alsdenn ists Stolz und Eitelkeit; — Miß.trauen und Schwäche, wenn er jede Neuerungals gefährlich bestreiket. So wie der einzelne Mensch,so auch die ganze, politische und kirchliche Gesell-schaft. Dieß war in dem XVI!ten Jahrhundert der, Fall der niederländischen und der schweizerschen,reformieren ürrchen, nachdem sie einmal herr-schend geworden. In einer leidenden Nrrct-e hin-gegen gleicht der Religionsgeist dem Geist der schö-nen Litteratur, bevor er durch Theorien beschranktwird, freyer und kraftvoller, aber auch ausschwei-fender. Gleichwie die Epoche politischer Bürger-kriege die größten Verbrechen mit den glänzendestenHeldentugenden hervorbringt, also scheint auch in derKirche die Epoche gegenseitigen Druckes die frucht-barste, sowol an Irrthum als Wahrheit. Auffal-lend ist diese Bemerkung bey dem Anblick des Zu-standes der französischen Hugenotten in der lezternHälfte des XVllten Jahrhunderts. Jene Dord-rechtersynode fesselte zwar keine französische Gottcs-gclehrten, allmählich aber erhielt sie auch in Frank-reich, so wie hie und da in der Schweiz, ein ge-wisses Ansehen von Lonvenienz. Unter andern in-deß blieb vorzüglich auch Joh. Lamero, Pros. derTheologie zu Saumür, auf seinen besondern Mei-nungen , ohne noch solchen Widerspruch zu erfahren,wie nachher im Jahr i6z4- sein Schüler, MosesAmpraut. Da dieser in dem Punct von der Gna-denwahl sich mehr den lutherischen als den calvi-nischen Ausdrücken näherte, so beleidigte er dadurch