Band 
[Zweyter Theil.]
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«nderter Lage der Sachen. Ungewiß bleibt es , obFrankreich den zweyten Theilungsvertrag mit Eng-land und Holland nicht vielleicht nur darum ver-abredet habe, um vor ihnen ein geheimeres Spiel,nämlich die Erpressung jenes spanischen Testaments,zu Gunsten des Hauses Bourbon, desto besser ver-bergen zu können? Wenn der Röntg in Spaniendiesem Hause unvermerkt geneigter wurde, so ge-schah es wegen des einschmeichelnden Betragens desGrafen von Harcourt, damaligen französischenBottschafters zu Madrid, dessen gefälliger Cha-rakter mit dem hochsprechenden Tone des Wiener-Hofes und seines Bottschafters, des Grafen vonHarrach, ganz im Kontrast stand. Harcourt stelltevor, daß, wenn die unzertheilte Thronfolge nichtauf einen französischen Prinzen gewälzt werde, als.denn unter zwey Uebeln nothwendig das eine erfol-gen müßte: Entweder die Glorie der spanischenMonarchie durch Zerstücklung schänden zu lassen,öder sich dem österreichischen Hause zu unterwerfen,einem Hause, dessen Zepter im Frieden eisern, imKrieg aber und in der Zeit der Noth zur Beschü-zung zu kurz seyn würde. Diese Vorstellungenunterstüzten der Kardinal portocarrero und dieGrossen des Reiches. Um noch den lezten Zweifelaus dem Gewissen zu tilgen, zog endlich der warnkelmüthige und blödsinnige König nicht nur die Uni-versitäten , sondern selbst Seine Heiligkeit, denpabst Innozenz H. zu Rathe. Vorn i6. Jul. 1700antwortete der Pabst: Die Grundgesetze der Monar-chie sowol, als das Heil der Christenheit, forder-ten beyde den Vorzug des Bourbomschen Hauses.