Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
609
JPEG-Download
 

629

In der Nacht entstand zwischen den Zürichernund ZZeriiern ziemlicher Unwillen, indem diese jenenihre Verspätung auf dem Marsche mit Bitterkeit vor-warfen. Des Morgens, den 22. May, vereinigtensie sich, und ohne Schwerdtstreich machten sie sichMeister von diesem wichtigen Communikationopaßüber die Rcuß, der seit dem Jahr iZgi. verlorengewesen. Bey näherer Besichtigung der Züricher-Truppen, die wirklich, mit Ausnahme einiger Com-pagnien, der Auswurf der ganzen Militz waren, er-folgten abermals neue Vorwürfe von Seite der Der-nerschen üefehlehaber. Viele von den Züricher-sehen Landleuten trugen noch Prügel, Hallparten,ungleiche Spieße, Musketen mit schlechten Schlos-sen, wenige Füsils, gänzlich ohne Bajonet und vonungleichem Caliber, abgenuzte Patrontasche» u. s. w»Durchgängig war der Soldat übel gekleidet, undohne Fertigkeit in den Handgriffen; an keine Kriegs-zucht gewöhnt, und nunmehr durch die Vorwürfebald verbittert, bald verlegen gemacht. SämmtlicheBerner hingegen, in allem ungefähr 10000 Mannstark, erschienen in aller Absicht als ein schönes, gukbewaffnetes und wol geübtes Kriegesheer.

Nach der Besitznehmung des Platzes beschloß man:

Die sämmtlichen Einwohner auf Morgens ge-gen die beyden Vororte in Handgelübd zu nehmen.2». Sie zu entwaffnen. 3 <>- Den Ort mit einer Be-satzung zu versehen. 4"- Die noch übrigen Dörferin der Grafschaft Baden gleichfalls zum Handgelübdvorzuladen, und zwar unter Andrauung militärischerExekution. Ein gleiches Verfahren gegen die Zreys(I!. Theil ) Q q