Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
704
JPEG-Download
 

7°4

auf der andern Seite , wie auch Neuenburg, an«greiffen. Die Städte Zürich, Basel, Schafhausenund St. Gallen sollten von den katholischen Kante,nen und von dem Churfürst in Bayer» überraschtwerden.

Daß es wol mit diesem Theilungsvertrag so ernst« >lich nicht gemeint seyn mochte, schließt man unter iandern aus einem Brief des Grafen dü Lüc, worin >er meldet, daß sein König noch nicht gut finde, so >bald sich an die Ausführung dieses Unternehmens ?zu wagen. Indeß untcrlicssen die reformirten Ran« !tone nicht, den 20 Nov. 1715. hierüber in Aran 1zu sammen zu treten und über ihre Sicherstellung in 1Berathschlagung zu treten. Die katholischen Ran« 1tone wollten obige geheime Artickel nicht eingestehn, >sondern erklärten sie als boshafte und grundlose Zu. 1läge. Auch der französische Gesandtschaftssecre. i

tair, de la Martinicre, versicherte die reformic« !

te Tagleistung der aufrichtigen Freundschaft desjungen Königs und des Herzog-Regenten. Nichtsdesto weniger verschanzten sich die Genfer sorgfältigund die reformirten Kantone sezten sich in gute Ver«sassung. Indeß schien man die Gefahr vergrößertzu haben. Durch den spanischen Succeßionökricgwar Frankreich in Geheim erschöpft und bedurfteZeit, seine eignen Sachen in Ordnung zu bringen.Nach Ludwigs XIV. Hinscheid spielte der Herzog«Regent verschiedene Streiche, die ihn nicht an dieEydgenoßschaft denken liessen. Von Oesterreichhatte man eben so wenig zu besorgen. Auch dieseMacht hatte sich seit dem Krieg noch nicht erholt undallzu sehr war sie nun mit der ottomanifchen Pforte

beschaff