Neu aufgefundener Brief.
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Dürer an Wilibald Pirkheimer.
»Meinen willigen dienfl zuvor lieber her. Mich wundert, dz Ir mir nit fchreibt,wy ewch der faffirring gefall, den ewch der llans Imhoff gefchikt halt beim Schon-pottn ') von Awgspurg. Ich weis nit, ob er ewch worden ift oder nit. Ich pinpeym Hans Imhoff 1 2 ) geweft, hab in geforfcht; fagt er, er mein nit anderft er folewch dan worden fein. Awch ift ein priff dopei, den ich ewch gefchriben hab,und ift der fthein in ein verfigelte püxle gemacht und hat eben die grofs als erhir gezeichnett (folgt die Zeichnung eines Ringes) und hab in mit grofsen pit zuwegn gepracht, wan er ift lawter und nett, und dy gefellen fagen, er fey faft gutvür dz gell, dz ich dafür geben. Er wiegt ungefer 5 fl. reinfch und hab dorfiirgeben 18 dugaten und 4 marzell; und wen er verlorn wurd, fo wurd ich halbunfinig. Wan er ift fchir 2moll fo vill gefchetzt worden, als ich dorfür gebenhab. Man wolt mir awch von fclitund an gewin geben, da ich in kawft het.Dorum lieber her Pyrkeymer fagt dem Hans Imhoff 3 ) dz er den pottn forfch,wo er mit dem priff und püxle hin kumen fey, und der pott ift vom jungen HansImhoff gefchikt worden am elften dag Marzy. Hi mit feind Gott befolhen undlaft ewch mein mutter befolhen fein; fprecht dz fy mein prüder zu Wolgemul dw,awff dz er erbett und nit erfawll 4 ). Alzeitt ewer dyner. Left nach dem fynn,ich hab eilentz itz woll 7 pryff zw fchreiben — ein teill gefchriben. Mir ift leidvür liern Lorentz, grüfst in und Steffn Paumgartner 5 6 ). Geben zw Venedig im1506. jar am fand Marx dag.
Schreibt mir palt wider, wan ich hab dy weill kein rw. Andres Kunhofcr*')ift thottlich krank, itz ift mir pottshaft kum« 7 ).
1) Ein Bote des Namens Schon oder Schön.
2) Der jüngere des Namens, geb. 1488,geft. 1526 und feit 1515 PirkheimersSchwie-gerfohn. Er war demnach alfo ficher da-mals auch in Venedig .
3) Der Aeltere des Namens und Vaterdes zuvor genannten; damals an der Spitzedes Kaufes in Nürnberg .
4) Es ift fein jüngfter Bruders Hans.Vergl. oben S. 38, u. Dürers Briefe 11,32mit Anmerk.
5) Aus der Patrizierfamilie ; ein naherFreund Dürers und Stifter des Paumgärt-ner’fchen Altares; Siehe oben S. 136. HerrLorenz vermuthlich Dr. L. Beliaim, früherHaushofmeifter des Cardinais Borgia, nach-maligen Papftes Alexander VI. Vergl. DürersBriefe 192.
6) Ein junger Nürnberger , vermuthlichein Handwerker, deffen Dürer wiederholtgedenkt; ein endgiltiger Beweis, dafs die-fer der im folgenden Briefe erwähnte An-
dreas fei, und nicht Dürers Bruder, wie
angenommen wurde.
7) Ich verdanke die Abfclirift diel'esbisher unbekannten Briefes meinem verehr-ten Freunde William Mitchell in London ,der das Original in der Royal Society da-felbft entdeckt hat. Es ift auf weifsemAnkerpapier gefchrieben und trägt auf derRückfeite die gewohnte Adreffe: »Demerfamen weifen Her Wilbolt Pyrkeymer zwNürnberg meinem gtinftigen Herrn«; fernernoch folgende Widmung: »Fürnehmer, in-fonders vertrauter, lieber Freund HeinrichMilich! Auf fein vielfältiges anlangenverehr ich Ihme hiemit diefen Brief vonAlbrecht Dürer an meinen UhranherrnWilibalt l’irkamer. Das wolle er deftohöher halten, weil ich dergleichen hohenPerfonen zu geben verfagt habe, den ichder nicht mehr als noch fechs beyhanden;wollt auch denfelben defto lieber fein laf-fen, weil er meines in Gott Ruhenden An-herrn Hans Imhoff darin zum andermahlgedenkt. Golt und Silber ift einem jeden