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Dürer : Geschichte seines Lebens und seiner Kunst / Moriz Thausing
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313
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Der Künstler und der Mensch.

dan einer itlichen muter gefeit ir kint wol,daraws kummt, dafs vill moler machen,daz inen geleich ift.

Dürer .

as Allerheiligenbild ift in jeder Beziehungdas werthvollfte Denkmal, welches lieh nochvon Dürers Kunft erhalten hat. Es ift einInbegriff feines Schaffens nach allen Rich-tungen hin, eine Art Mikrokosmos, ein Ab-glanz feines Geiftes, feftgehalten gerade indem Zeitpunkte, da feine Kraft auf ihrerHöhe angelangt war. An kein anderes Werkdes Meifters liefse fleh darum eine Ueber-ficht über die£Vielfeitigkeit feiner Production fo gefchickt anknüpfen,wie an den Landauerfchen Altar. Zugleich gilt es auch bei derkritiklofen Ueberhäufung unferes Denkmälervorrathes feftzuftellen, woder Univerfalität Dürers als Künftlers und Menfchen ihre Grenzengefleckt find.

Zunächft und vor allem anderen war Dürer Maler. So hat erfich ftets mit Bewufstfein felbft genannt. Das Allerheiligenbild ift denndas Denkmal feiner vollendeten Meifterfchaft in der Technik derTafelmalerei; zugleich umfafst dasfelbe hervorragende Proben aus dendrei Hauptgebieten der Malerkunft übereinander angeordnet. Nachden uns geläufigen drei äfthetifchen Kunftftufen erfcheint Dürer alsLyriker in der herrlichen, weiten Uferlandfchaft, als Epiker in den Stifter-bildniffen und Charakteren, als Dramatiker in der höchften Verherr-lichung der heiligen Tragödie, welche er in ihren Höhen und Tiefenerfchöpft hat. Endlich berichtet noch das Selbftbildnifs mit der ftolzenSchrifttafel von dem bedeutfamen Hereinfpielen der PerfönlichkeitDürers in die grofse Aufgabe feines Lebens.

Aber auch als Architekten und Bildhauer lernten wir Dürer am