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XIII. Der Künftler und der Menfch.
Entwurf dazu bewahrt die Sammlung Pofonyi-Hullot*). Eine gröfsereFederzeichnung in Querformat, noch vom Jahre 1521, im Städel’fchenInftitut zu Frankfurt verfucht auf’s Neue die Anwendung des gewalt-famen Motives. Doch hat Dürer fein Takt von der Beibehaltung die-fer Darftellung abgehalten. Er verwarf lieber den bereits gefchnittenenHolzftock und erfetzte denfelben durch die herrliche, mafsvolle Com-pofition in der kleinen Paffion (B. 26).
Nachdem fo endlich fämmtliche Holzftöcke der drei neuen Folgenfertig waren, gieng Dürer an deren Gefammtpublication in Form vonBüchern. In diefer Abficht fchon hatte er die Vervollfländigung der-felben befchleunigt und auch für den geeigneten poetifchen Text zuden Bildern Fürforge getroffen. Der günftige Auffchwung, den feineVermögensverhältniffe feit dem zweiten venetianifchen Aufenthalteimmer mehr gewonnen hatten, verfetzte Dürer in die Lage, die nichtgeringen Koften diefer Publication auf einmal zu beflreiten. Sobalder aber über die nöthigen Summen verfügte, mufste eine gleichzeitigeVeröffentlichung fämmtlicher Bücher die Herftellung viel wohlfeilermachen. Ohne Zweifel fchaffte fich Dürer zu diefem Zwecke felbfteine Buchdruckpreffe mit allem Nöthigen an und ftellte diefelbe infeinem neuen Haufe am Thiergärtner Thore auf. Sein Pathe Koburgermag ihm dabei behilflich gewefen fein; und angeworbene Gefellenbeforgten dann das Uebrige unter feiner eigenen Leitung. Dafs Dürerauch fonft mit Buchdruckern in Verkehr ftand, zeigen die vertraulichenZeilen, die er am 20. October 1507 an Hans Amerbach, den FreundHolbeins, in Bafel richtete 1 2 ). Die vier Bücher Dürers, deren Druck imJahre 1511 vollendet war, führen fämmtlich am Schluffe die Adreffe:»Impreffum Nurnberga per Albertum Dürer pictorem«. Die Apoka-lypfe erfchien mit dem lateinifchen Urtext in den gothifchen Letternder erften Ausgabe von 1498. Zu den Blättern des Marienlebens undder beiden Paffionen fchrieb Dürers Freund, der BenedictinerpriefterChelidonius, der fleh felbft Mufophilus nennt, einen erklärenden Textin lateinifchen Diftichen, der jedesmal auf die dem Bilde gegeniiber-ftehende Rückfeite des vorhergehenden Blattes zu flehen kam; undzwar find diefe neuen Texte bereits in den Renaiffancebuchftaben ge-druckt, wie fie die italienifchen Druckereien in Gebrauch hatten.
Der Drucker war damals in der Regel auch der Verleger und foauch Dürer . Nah und fern fanden feine illuftrierten Bücher reichlichen
1) Nr. 322 des Kataloges in demfelben 2) Auf der Bafeler Bibliothek: Zeit-
Sinne wie der Holzfchnitt und mit einer fchr. f. bild. Kunft 1868. Ul. 11; Dürersalten Infchrift: «Albert duer hant seine.» i Briefe, 23.