Krankengefchichte.
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zwifchen der Magengrube und der Weiche angebracht hat. Obenliehen von feiner Hand die erklärenden Worte : »Do der gelb Fleckift vnd mit dem Finger drawff dewt, do ilt mir we«. Die Zeichnunghat Dürer ohne Zweifel behufs brieflicher Confultierung eines Arztesgemacht'); diefelbe fcheint aus den Niederlanden zu flammen undkönnte von Dürer nachträglich aus der Heimath an einen feinerAerzte in Antwerpen , Meifter Jacob oder Braun, gefchickt wordenfein. Mit gewohnter Gründlichkeit entkleidete fleh Dürer zu demZwecke und zeichnete fleh fo vor dem Spiegel. Sicher hat er denUmkreis der fchmerzhaften Stelle in der Milzgegend forgfältig abge-tupft. Auf die Verhältniffe der Lcbensgröfse übertragen, hat diefelbeetwa den Umfang eines grofsen Handtellers. Die dauernde Schmerz-haftigkeit diefer Stelle belehrt uns wohl über den eigentlichen Sitzdes Uebels, und die genaue Befchreibung derfelben, zufammenge-halten mit den fonftigen Nachrichten über den Verlauf von DürersKrankheit, geflattet vielleicht heute noch eine Diagnofe derfelben.Es war vielleicht, wie fchon Eye vermuthete, ein Wechfelfieber, daser fleh an den Mündungen der Schelde und Waal geholt hat unddas mit fchmerzhaften Anfchwellungen der Milz verbunden zu feinpflegt. Dies wäre vollends aufser Frage geftellt, wenn wirklich dieWendung in dem Briefe an den Kurfürften Albrecht von Mainz vom4. September 1523: »Ich hab’ heuer bei Zeiten eh’ ich krank wardE. k. G. etc. zugefchickt« — fo zu verliehen wäre, als ob Dürer feine Erkrankung jedesmal vorausgefehen hätte, diefelbe fomit eineperiodifch wiederkehrende gewefen wäre 2 ). Auch die weiterenSymptome der Abmagerung und des rafch eintretenden Endes würdendem Wechfelfieber entfprechen.
Dürer Harb unerwartet eines plötzlichen Todes. Darin ltimmenalle Nachrichten überein. Nicht einmal Pirkheimer fand Zeit an feinSterbebette zu eilen und Abfchied zu nehmen, wie er dies eingangsfeiner Elegie auf Dürers Tod ausdrücklich bezeugt mit den erfchüttern-den Worten:
»Der du mir fo lange Jahre am innigftenverbunden warft, Albrecht,du meiner Seele beiter Theil, mit dem ich ficher trauter Zwiefprachgepflogen, der du meine Worte bewahrt im treuen Bufen! Warumverläfselt du, Unfeliger, plötzlich den trauernden Freund und enteileftrafchen, nimmer rückkehrenden Schrittes. Nicht vergönnt wares mir, das theure Haupt zu berühren, die Hand zu faffen und dem
1) Das Blatt, 118 Millimeter hoch, 107breit, trägt auf der Rückfeite holländifcheund englifclie Auffchriften und gieng durch
die Sammlungen Greffier, Fagel, RoscoeKlugkift.
2) Reliquien, 54. Dürers Briefe 47.