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mauern; nur die Todten und deren Behaufungen geben uns Auffchlufs, undletztere laffen uns die einftige Pracht und Herrlichkeit öffentlicher und privaterBauten ahnen.
2. Kapitel.
Städte-Anlagen, Stadtmauern und Stadtthore.
12.
Lage
der
Städte.
Stadtplan.
14.
Ortfchaften
und
Caftelle.
* 5 -
Gründung.
16.
Städtemauern.
Schon in frühefter Zeit finden wir bei den Etruskern die ftädtifchen Gemein-wefen entwickelt und das Volk in von Natur und durch Kunft feften Plätzen zu-fammenwohnend. Niedrig liegende Landftriche, eine von Natur nicht fichere Lagewurde bei der Gründung von Städten gern gemieden, und fo find nur wenige Hafen-plätze und Handelsftädte, wie Luna, Pifae, Graviscae, Pyrgi, Alfium an ebener Kiiftegelegen; von diefen dürfte Pyrgi von griechifchen Coloniften gegründet und erftfpäter in etruskifchen Befitz gelangt fein. In den nördlichen Diftricten nehmen dieStädte ftets eine das Flachland beherrfchende Lage auf einzeln flehenden Bergenein; aber nie fehen wir fie auf den Gipfeln kaum zugänglicher Höhen. Obgleichvon einem feefahrenden Volke bewohnt, liegen fie mit wenigen Ausnahmen nichtnahe am Meeresftrande, fondern meift einige Stunden landeinwärts. Hart am Meereauf fteiler Höhe erhoben fich Populonia und Cofa.
Am dichteften beifammen waren die Städte in den vulcanifchen Gegenden,in den von Schluchten durchfchnittenen Tafelländern, in denen mit Vorliebe dieLandzungen bei der Vereinigung zweier folcher Schluchten zur Anlage ausgewähltwurden (vergl. Norchia, Tarquinii , Volaterrae, Caere, Vulci ).
Die Form des Stadtplanes hing meift von der Geftalt des Plateaus ab, aufdem die Stadt gebaut werden follte, und wohl kaum von einem religiöfen Statut.
So bildet der Stadtplan von Cofa in feiner Begrenzung nahezu ein Quadrat(die Vor- und Rückfprünge innerhalb der vier Seiten felbftredend unberückfichtigtgelaffen), während der von Cortona fchmal und lang geftreckt erfcheint, der vonVolaterrae wie die Fangarme eines Polypen nach allen Seiten ausgereckt ift.
Aufser diefen eigentlichen Städten dürften aber auch noch offene Ortfchaften(vici) beftanden haben, auch Caftelle, d. h. Plätze von geringerem Umfange, dieals Zufluchtsftätten für das Landvolk bei feindlichen Ueberfällen dienen mochten 8 ).
Bei der Gründung von Städten und Ortfchaften wurden eigenthümlich feierlicheGebräuche beobachtet, die auch von den Römern noch feft gehalten wordenfind. Der Gründer fpannte Ochs und Kuh an einen ehernen Pflug und zogder projectirten Stadtgrenze entlang tiefe Furchen, während feine Genoffen dieErdfchollen nach der Stadtfeite legten. Die Furche bezeichnete die Stelle desGrabens, die Schollen die der künftigen Mauer. Zu beiden Seiten der Mauer wurdedann ein Raum bezeichnet (Pomöriimi), der nicht überbaut und nicht gepflügtwerden durfte. An den Stellen, wo Thore die Mauern durchbrechen füllten, muffteder Pflug gehoben und fo weit, als die Thorbreite betrug, getragen werden.
Von den Städtemauern find uns mächtige Zeugen erhalten, in denen fichthatkräftiges Wollen und technifches Können des Volkes ausfpricht. Ueber 2^2 Jahr-taufende haben fie der Zeit und Zerftörung durch Menfchenhand widerftanden.
s ) Vergl.: C. O. Müller a. a. O., S. 238.