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2 (1885) Die Baukunst der Etrusker / von Josef Durm ; Die Baukunst der Römer
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berührt) übrig ift« 178 ). Eine drei-fchiffige, acht Säulen in der Frontenthaltende, gerade Vorhalle ift demHaupteingange vorgelegt, deren dis-harmonifcher Anfatz an den Rund-bau von dem oben angeführtenTadel auch nicht frei zu fprechen ift

(Fig. 273).

Die bei Canina 179 ) gezeichneten»Rundtempel« an der Via Appia undVia Praeneßina find von diefem nachMafsgabe des Pantheon reconftruirtund als Tempel bezeichnet, warenaber wohl Heroa oder Grabmäler,wie der fog. Tempio della toffe beiTivoli, während die formverwandten,gewaltigen Rundbauten mit fchlich-tem Aeufseren und reichem Innerenbei Bajae u. a. O. (vergl. Art. 173,

S. 189) Beftandtheile grofserThermen-Anlagen waren, vielleicht Laconica ,für welches auch das Pantheon nochvon Vielen gehalten wird 180 ).

Eine eigenthümlicheVerbindungvon oblongen Neben-Cellen mit kreis-runder Haupt-Cella und exedraarti-gem Vorbau zeigt der Tempel desRomulus, Sohn des Maxentius , neben der Bafilika des letzteren (vergl. für denGrundrifs den Forum- Plan in Fig. 293, S. 322 und für den Aufbau Fig. 276 nacheiner Zeichnung des Panvinius [1560]).

Eine beffere Löfung des Anfchluffes des Portikus an die runde Cella wurdeerzielt, wenn die Aufsenwand der letzteren polygonal geftaltet war und die Rund-form auf das Innere befchränkt wurde, wie dies beim Tempelgrabmal des Diocletian

178) Burckhardt a. a. O.

179) a. a. O., Sez. III, Tav. LI.

180) Vergl.: Burckhardt a. a. 0 ., S. 17: »Urfprünglich von Agrippa als Haupthalle feiner Thermen gegründet underft fpäter von ihm als Tempel ausgebaut und mit der Vorhalle verfehen . . .«

Ferner: Haussoullier, C. Le Pantheon dAgrißße d Rome . Encyclopedie d'arch. 1882, S. 36. Nach diefem wares Siefatio Piale , der 1834 den Beweis antrat, dafs das Pantheon nichts Anderes fei, als ein Laconicum der Thermen desAgrippa , da ein folches Rundgebäude weder den Charakter eines Tempels habe, noch in der Form und Anlage mit einemder erwiefenen Rundtempel ftimme. Nach Form und Gröfse hat es auch mehr Aehnlichkeit mit dem grofsen Rundfaal derCaracalla-T^x^-a. oder den Rotunden bei Bajae. Borrmann, R. Neue Ausgrabungen in Rom . Centralbl. d. Bauverw.1883, S. 446. Lanciani. Notizie degli Scavi di Antichitä etc . 1882 Reber. F. Ruinen Roms etc. 2. Aufl. Leipzig 1878.S. 249: »Die Urfpriinglichkeit des Pantheon als Tempel wird von Piale, Bunßen, Becker verneint«. Schöner, R. Dasrömifche Pantheon. Allg. Zeitung, Beilage 1883, Nr. 320. »Nicht urfprünglich Thermenfaal, fondern von vornherein zu einemfelbftändigen und höheren Zwecke beftimmt.« Geymüller, H. de. Documents inidits für les thermes dAgrippa 1883.Nispi-Laudi , C. Marco Agrippa e i ßtoi tempi. Le therme ed il Pantheon 1882. Nach diefem lag das Lacoiiictwi derThermen wohl in der Hauptaxe des Pantheon, war aber nicht identifch mit demfelben (vergl. Geymüller a. a. O., S. 21, Fig. 3).Diefes fcheint fogar noch im XVI. Jahrhunderte feine kreisrunde Form vollftändig intact gehabt zu haben. Zwei fo gewaltigeLaconica in der gleichen Anlage anzunehmen, fcheint etwas gewagt, und man wird wohl die Beftimmung des Pantheon alsTempel von vornherein oder doch während des Baues feft halten dürfen.

1811 Facf.-Repr. nach: Parker, J. G. The archeology of Roi7ie. New edit. of pari VI etc. Oxford 1883.

Fig. 276.

Portikus am Tempel des Romulus in Rom 181 ).

3 * 5 -

Polygonaler

Grundrifs.