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so dass es inmitten dieses Reichthums schwer ist, sich zu orientiren und Rieh- itung zu halten.
Um letzteres zu erleichtern, wurde der überreiche Stoff in viele Fächergetheilt und aus jeder Rubrik eine abgeschlossene Lehre gebildet.
Da gibt es, der vielen hülfswissenschaftlichen Werke nicht zu gedenken, eineerdrückende Masse von Kunstästhetiken und Geschichten der Kunst; die Fülleder Spezialitäten über einzelne Vorwürfe und Aufgaben der Künste, namentlichder Raukunst ist unübersehbar. Wir Deutschen sind unerschöpfliche Producentensolcher »bürgerlichen Baukunden«, »Landbaukunden«, »Kirchenbaukunden«, An-weisungen über Holzarchitektur, über Ziegelbau, Quaderbau etc. etc. — Wogegendie Engländer und die Franzosen sich mehr mit der eigentlichen Technik derKünste mit Erfolg beschäftigen.
Diese Werke enthalten unentbehrliche Schätze des Wissens und der Erfahrung,allein das mehr trennende als verknüpfende und vergleichende Princip dieserSpaltung des Stoffs in eine Menge von Wissenschaften und Lehren, deren Kenntnissvon dem gebildeten Künstler unserer Zeit verlangt wird, trägt nur dazu bei,unsere moderne Kunstzerfahrenheit noch zu vermehren, oder vielmehr diese Viel-seitigkeit bildet eins von den Symptomen jener höheren Nothwendigkeit, die überuns und unser künstlerisches Streben verhängt ist.
Dem Gesagten entsprechend sieht man, um bei der Baukunst zu bleiben,diese alle möglichen Richtungen einschlagen, unter denen sich drei Hauptschulenhervorthun, die den drei Formen, worunter sich die Wissenschaften mit der Kunstbeschäftigen, entsprechen; nämlich:
a) Die Materiellen, unter dem Einfluss der Naturwissenschaften und derMathematik.
b) Die Historiker, unter dem Einfluss der Kunstgeschichte und der anti-quarischen Forschung.
c) Die Schematiker, Puristen etc., unter dem Einfluss der spekulativenPhilosophie.
Die Materiellen.
Wohl am mächtigsten haben diejenigen Lehren auf unsre Kunstzuständeeingewirkt, welche Anweisung geben, den Stoff zu baulichen und struktivenZwecken zu bewältigen.
Sie entsprechen der allgemeinen praktischen Richtung unserer Zeit undwerden unterstützt und getragen durch die grossartigen Bauunternehmungen, diebesonders das Eisenbahnwesen veranlasste. Sie trifft im Allgemeinen der Vor-wurf, die Idee zu sehr an den Stoff geschmiedet zu haben durch die Annahmedes unrichtigen Grundsatzes, es sei die arch. Formenwelt ausschliesslich ausstofflichen konstruktiven Bedingungen hervorgegangen und liesse sich nur ausdiesen weiter entwickeln; da doch vielmehr der Stoff der Idee dienstbar, undkeineswegs für das sinnliche Hervortreten der letztem in der Erscheinungswelt