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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Die Naht.

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Der beste Ausdruck dafür sind aber, ausser jenen der Technikentnommenen Typen, die schon in ihrem einfachsten Auftreten bezeichnetwurden, gewisse der Natur entlehnte Symbole, deren letztere eine ziem-liche Fülle darbietet und die durch unmittelbarste Ideenverknüpfung inuns die Empfindung oder das Bewusstsein erwecken, dass diese verketten-den Glieder ihren Funktionen in jeder Beziehung gewachsen sind.

In ornamental - stilistischer Uebersetzung in das Stoffliche werdensolche der Natur entlehnte Symbole, z. B. das Rankenwerk der Schling-pflanze, die klammernden Organe der Rebe oder des Helyx, das Netz-werk der Melone, die Krallen und Klauen der Thiere, die Rachen derBestien und andere dergleichen, die Motive zu ornamentalem Schmuckegeben, dem nach der Wahl derselben und ihrer einfacheren oder reicheren,ernsteren oder leichteren Durchführung in Form und Farbe jede beliebige,den nächsten und den letzten Beziehungen entsprechende, Sonderstimmunggegeben werden kann.

Es ergibt sich zugleich aus der struktiven Abhängigkeit und funk-tioneilen Bestimmung dieser Motive, dass sie die Grenzen des eurhythmischgeregelten Ornamentes nicht überschreiten dürfen und der höheren Ten-denzsymbolik kein Feld bieten, da diese sich, wie bereits in der Ein-leitung dieses Buches dargelegt worden ist, nur auf neutralem, nichttechnisch und struktiv funktionirendem Boden entfalten kann und soll. —Wenn das Gesagte hier ganz besondere Anwendung findet, so ist esdoch überhaupt und allgemein gültig für alle ähnlich struktiv funktio-nirenden Theile einer künstlerisch behandelten Form. Das Gesetz, umWelches es sich handelt, ist ein Grundgesetz des Stiles und tritt hier inder textilen Kunst nur in grösster Ursprünglichkeit und Einfachheithervor, wesshalb hier der Ort war, besonders darauf hinzuweisen.

Schon in dem nächsten Abschnitte wird es nöthig werden, zuzeigen, wie dieselben ornamentalen Formen, die hier von dem Prozessedes Nähens, Hefteins, Verknüpfens u. dergl. abgeleitet wurden, auch aufandere, der Bekleidungskunst nur entfernt oder gar nicht verwandte Werkedes Kunstfleisses übertragen werden und wie dabei naturalistisches Nach-ahmen und tendenziöse Kunst zu vermeiden, konventionelle und chimärisch-ornamentale Behandlung des Thema Bedingung ist; — theils wegen derNothwendjgkeit des möglichst ungetrübten Hervortretens der technischenFunktion, die hier ihren Ausdruck finden soll, theils wegen des Gegen-satzes, der zwischen dem struktiv-dienenden Kunstgebilde, das keineunmittelbaren Ideenverknüpfungen gestattet, die von dem rein technischenSinne des gewählten Ornamentes ableiten könnten, und der tendenziösen