Textile Kunst. Die Decke; Leder und Pelzwerk.
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§■ 30 .
Aegyptische gepresste Leder und Stil der ägyptischen Skulptur im Allgemeinen.
Es ist nicht unmotivirt, bei Gelegenheit der ägyptischen reliefartiggepressten Leder, hier eine Notiz über die ägyptische Skulptur im All-gemeinen einzuschalten. Der eigenthümliche Stil der ägyptischen Plastik,über den an seinem Orte des Ausführlichen gehandelt werden wird, erklärtsich zum Theil wenigstens aus den technischen Erfordernissen des hartenStoffes, der dabei in Anwendung kam und den einfachen Mitteln, die zuseiner Bezwingung augewendet wurden. Jene Granitkolosse mit ihrenengangesclilossenen Extremitäten und Beiwerken, mit ihren scharf accen-tuirten, feinen und doch zugleich massigen Umrissen sind gleichsam einkonventionelles Uebereinkommen zwischen dem harten widerstrebendenStoffe und der weichen Hand des Menschen, mit ihren einfachen Werk-zeugen, dem Hammer, dem Meissei, der Feile und dem Schleifsteine.Sie sind zugleich das Ergebniss der Absicht, ein langdauerndes,nicht leicht zerstörbares Werk zu stiften. Ihre grossartige Ruheund Massenhaftigkeit, die etwas eckige und flache Feinheit ihrer Linea-niente, die Mässigung in der Behandlung des schwierigen Stoffes, die sicha n ihnen kund gibt, ihr ganzer Habitus sind Stilschönheiten, die jetzt,da wir den härtesten Stein mit Hülfe der Maschinen wie Käse und Brodschneiden können, zum Theil keine Nothwendigkeit mehr haben, — aberdennoch thun wir wohl, ihn nur da anzuwenden, wo Härte und Dauerdes Stofflichen nothwendig wird und aus diesen beiden Eigenschaftenalle in das zu befolgende Stilgesetz abzuleiten, dem sich die Maschinebei ihrem Werke unterzuordnen hat. — Dasselbe gilt, unter verändertenPrämissen (da hier Geschmeidigkeit, Flachheit und Dauerhaftig-keit die stofflichen Bedingungen sind), von den Stilgesetzen, wonach sichdie Maschine bei den Lederfabrikaten in ihrer Allmacht mässigen soll.
§. 31 .
Weiteres über Leder und Pelzwerk.
Es ist zweifelhaft, ob nicht die Kunst des Gei-bens noch früherdenn in Aegypten schon in Asien zu hoher Vollkommenheit gediehen■^ar. Von den Chinesen wissen wir, wie schon angeführt worden, dassSle schon im dritten Jahrtausende vor Christo wie in fast allen technischen