Textile Kunst. Stoffe. Kautschuk.
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Stock Coutchouc Company at Tottenham, das zweckmässigste sein soll.Man knetet und masticirt den in kleine Stücke geschnittenen rohen Kaut-schuk in einer Mühle, woraus er zu einer kompakten Masse zusammen-geballt hervorgeht. Dabei entwickelt sich, wegen der inneren Arbeit derTheile so grosse Hitze, dass beständig Wasser aufgegossen werden muss,welches zugleich die Masse reinigt. Der röthliche ovoide Klumpen, deraus dieser ersten Manipulation hervorgeht, wird dann noch einmal, abertrocken, geknetet, mit Beifügung von etwas ungelöschtem Kalke. Dieentwickelte Hitze treibt die Wassertheile aus der Masse heraus und machtdiese dicht und schwarz. Noch eine dritte und eine vierte Operationfindet statt, nach ähnlichem Masticationsprinzipe, aber unter Entwicklungsehr bedeutender Kräfte; hieraus hervorgegangen, ist die Masse ersthomogen genug, um in gusseiserne parallelopipedische und cylindrischeFormen gepresst werden zu können. Die Kuchen, meistens rechteckig,sind etwa achtzehn Zoll lang, neun Zoll breit und fünf Zoll dick; dieseschneidet man in Scheiben von beliebiger Dicke mittels stellbarer Schneide-maschinen. Aus diesen Scheiben macht man Röhren für chemische undandere Zwecke, indem man die beiden Randflächen schräg aneinanderlöthet, auch verwendet man sie anderweitig auf das Vielseitigste. Aberdie natürlichen Eigenschaften des Kautschuk erleiden unter diesen Mani-pulationen bedeutenden Abbruch (so z. B. ist das so zubereitete soge-nannte gereinigte Federharz zum Ahreiben beim Zeichnen fast nicht mehrzu gebrauchen, da es schnell erweicht und auch bröckelt), ohne dass dieUebelstände, dass der Kautschuk in der Kälte steif wird und in derWärme leicht zusammenklebt, dadurch aufgehoben werden.
Das grosse Verdienst, beide beseitigt zu haben, gebührt dem Ame-rikaner Goodyear, dem aber der Engländer Hancock seine Erfindung dessogenannten Vulkanisirens des Kautschuk weggeschnappt hat. Durchdasselbe wird dieser Stoff auch gegen die Einflüsse der Wärme undKälte beinahe unempfindlich gemacht. Man sättigt das Federharz mitSchwefel und setzt es dann einer Temperatur von 120 0 Rdaumur aus,gleichsam einer Vulkanprobe. Erst durch diese Erfindung hat der Kaut-schuk seine ganze industrielle Bedeutung gewonnen; er ist nun ein fastunalterabler und dabei absolut gefügiger Stoff geworden, ein Fac totumder Industrie. Ein ganz neuer Prozess desselben erfinderischen Ameri-kaners hat ihm auch die Festigkeit des Steines, die einzige, die ihmnoch abgirig, zu geben gewusst, wodurch er statt des Ebenholzes, desHornes und der Lava für Knöpfe, Messergriffe, Kämme, Maschinentheile,Kästen und Möbel aller Art geschickt und anwendbar wird, und zwar