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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

indem diese damit netzartig umsponnen erscheint; doch möchte auch fürsolche Zwecke die Seide und selbst Baumwollengarn vor dem Zwirne denVorzug behalten, sobald es sich um schwarze und überhaupt um dunkel-farbige Netzgewebe handelt.

Der eigenthümliche matte Schimmer des Flachses macht sich amvortheilhaftesten geltend, wenn die Oberfläche der daraus verfertigten Stoffeentweder ganz glatt (unie) ist, oder wenn man sie „damascirt“, eineProcedur des Webens, welche im Folgenden besprochen werden wirdund die der Linnenweberei sicher am meisten entspricht.

Dies ist ungefähr dasjenige, was aus der reinen Berücksichtigungdes rohen Flachses und seiner spezifischen Eigenschaften auf den Stil derdaraus zu bereitenden Fabrikate gefolgert werden kann, während allessonst darauf Bezügliche sich mehr an die technischen Processe, die beider Fabrikation in Anwendung kommen, so wie an den Zweck, der dabeibeabsichtigt wird, knüpft.

Dem Linnen zunächst steht die Baumwolle, welche, wie schon gesagtwurde, von den alten Autoren sehr häufig mit jenem verwechselt wird.

§■ 40 .

Baumwolle. Eigenschaften des Rohstoffes und Verwendung desselben.

Herodot, Theophrast, Strabo , Philostratus und viele andere erwähnenhäufig der Baumwolle, deren es verschiedene Sorten gehe, die zum Theilnicht mehr gekannt sind, oder wenigstens nicht mehr zu industriellenZwecken verwandt werden. Als das eigentliche Vaterland der Baumwolleund der daraus bereiteten Fabrikate (unter denen die feinen mousseline-artigen Sindones die berühmtesten sind) wird von jenen Schriftstellernübereinstimmend Indien genannt, obschon die Kultur der Baumwollen-pflanze sich schon in sehr früher Zeit über West-Asien und Afrika ver-breitet haben musste . 1 Noch älter ist wahrscheinlich die Baumwollen-kultur in China , wo sie wenigstens über die Zeit der beglaubigten Ge-schichte hinausreicht. Die Wichtigkeit der Baumwolle als billigster undnutzbarster Faserstoff und Handelsartikel hat seit der Verbreitung derBaumwollenkultur in Amerika (woselbst sie übrigens schon vor derEroberung bei den kultivirten Völkern Mexiko's und Peru’s bekannt war)

1 Siehe G. Ritters am Schlüsse der in §. 37 gegebenen Bücherliste angeführte

Schrift.