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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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184
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184 Viertes Hauptstück.

neller Weise und unter einem gewissen Zwange, den die Quadratur desNetzes vorschreibt. 1

Es ist merkwürdig, dass der Kreuzstich die Methode des Stickensbei den Aegyptern war 2 (noch viele Ueberreste in dieser Manier habensich erhalten), dass dagegen die Assyrier ihre Stickereien im Plattstichausführten, der auch noch heutigen Tages in Indien und China der vor-herrschende ist. Möchte man nicht schon in diesem Unterschiede einenBeweis des wichtigen und frühen Einwirkens der Künste der Nadel unddes Webstuhls auf den Stil und den Entwicklungsgang aller bildendenKünste erkennen?

’mh.-Jgr .

1 Die ganz „au petit point“ ausgeführten Tapeten aus den Zeiten Ludwigs XV.lassen einen gewissen, dem Verfahren bei ihrer Ausführung angemessenen, Stil mittendurch die Freiheiten und Willküren der damaligen Kunstrichtung hindurchschimmern.

2 Da das opus phrygionium (oder opus phrygium) der Alten sicher nichts an-deres war als die Kreuzstickerei, so lässt sich daraus schliessen, dass auch in Klein-asien diese dem opus plumarium entgegengesetzte Technik die allgemein bei Stickereienübliche war. Petronius erwähnt das plumatum Babylonicum. Der beifolgende Holz-schnitt gibt eine Linnenstickerei, die sich unter anderen nicht minder kunstreichenMustern derselben Art auf eine Tunika aufgenäht fand, die in dem Innern eines Grabeszu Saquara in Aegypten gefunden wurde. Das Grab ist noch aus dem alten Reiche,somit ist dieses zierliche Nadelwerk vielleicht über 6000 Jahre alt.

Mehreres über das Stickereiwesen der Alten findet man in den Noten des Sal-masius zum Flavius Vopiscus passim.