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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Prozesse. Sticken.

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noch einige von den koischen Gespinnsten, um den echten Schleierstilan ihnen zu studiren!

Doch lassen wir dieses und wollen wir lieber mit Hintansetzunganderer gemischter Stilmomente, die auf dem so weiten Felde der Stickereifast so zahllos sind wie die einzelnen Stoffe und Fälle der Anwendung,die Vorkommen und sich täglich vermehren, das Moment der freienBehandlung festhalten, das aller Handstickerei in Plattstichmaniergemeinsam eigenthümlich ist und sie fast zum Range der freien Kunsterhebt. Kraft dieses Stilmoments ist die Handstickerei der strengen Sym-metrie und dem geometrischen Muster nicht unterthänig, ja sie soll ihrenStil kund geben in der Nichtbeachtung beider innerhalb gewisserGrenzen, in dem freien malerischen Arrangement, so weitdieses mit anderen Stil bedingungen verträglich bleibt.

Je freier die Anordnung ornamentaler Motive ist, desto mehr trittdie Nothwendigkeit einer nach gewissen höheren Gesetzen des Geschmacksgeregelten Massenvertheilung und des Gleichgewichts der Formen und

„zulässt, grosse Irrthümer der Komposition zu begehen, da der Kontrast der dichten„Muster mit dem lockern Grunde die Quelle aller ornamentalen Form ist und Farbe„wenig benützt wird; dennoch sind in der ganzen Ausstellung keine scheusslichern„Verstösse gegen den Geschmack zu sehen als gerade an diesen Waaren. An den„Schweizer Mousselinen zeigte sich mehr ein Streben danach, seine seltene Geschicklich-keit und Geduld in der Arbeit als Geschmack in der Zeichnung zu zeigen und einige„der kostbarsten Produkte sind in einem Stile gehalten, der sich gar nicht schlechter„denken lässt;-immense Füllhörner, welche Früchte und Blumen ausstreuen,. Palm-,,bäume und selbst Häuser und Landschaften sind als Ornament benützt. Wo das„Muster nur aus Blumen besteht, sind sie imitatorisch und perspektivisch behandelt,„die Falten der Blätter und selbst zuweilen wirkliche Reliefs (der Früchte u. dergl.)„kommen vor. Obgleich dieselben Fehler in den englischen Manufakturen nichts sel-tenes sind, so neigen sich diese doch im Ganzen zum Bessern, — aber im Allgemeinen„ist der Mangel an Geschmack in dieser Klasse der Industrie höchst betrübend.“ —Also schlimmer als die Engländer, das ist stark! Ich stimme zwar im Allgemeinenmit diesem Endurtheile über die Leistungen der modernen Stickerkunst überein, tbeileaber nicht in Allem die Ansicht des Verfassers über die Einfachheit der Grundsätzedes Stils, die dabei in Betracht kommen. Ich finde z. B., dass die Grösse der Vor-hänge und deren Bestimmung als Möbelbehang auf den Charakter der Muster einwirken,die dieser Bedingung und gleichzeitig den Bedingungen, die der zarte durchsichtigeStoff vorschreibt und die jener scheinbar widerstreben, entsprechen sollen. Die feinenMüschen wären daher hier schwerlich stilgerecht, ebensowenig wie eine gar zu regel-mässige Diaperverzierung hier gewünscht werden darf, da sie für die Freihandstickereiin Plattstichmanier durchaus nicht charakteristisch ist, sondern mehr den gewebtenund gedruckten Stoffen, wohl auch den Stickereien in Kreuzstichmanier entspricht.Doch darüber das Weitere im Texte.