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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Kleiderwesen.

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„sind. Ihre Sarapen sind apfelgrün und purpurn und weiss, zuweilen„auch dunkelviolet wie das Meer (alovoystg). Die Kalasiren sind korin-thische Arbeit, davon sind einige purpurfarbig, andere veilchenfarbig,„andere wieder hyazinthfarbig; manche nehmen sie auch feuerfarhig oder„meerfarbig. Auch sind persische Kalasiren häufig, die die schönsten„von allen sind; man sieht auch sogenannte Aktäen (Shawls), die unter„allen persischen Ueberwürfen die kostbarsten sind. Es ist ein sehr„dichtes Gewebe, durch Dauer und Leichtigkeit gleich ausgezeichnet und„mit goldenen Flittern besäet. Jedes Flitterchen ist mit einem durch„das mittlere Auge gezogenen Purpurfaden an die innere Seite des Ge-„wandes befestigt.“

Ein sehr merkwürdiges Bruchstück und vielleicht das einzige, wasaus allen griechischen Schriften aus bester Zeit, die über Baukunst han-delten, wörtlich bis zu uns gekommen ist. Man möchte daraus abnehmen,dass Demokritos den Kleiderluxus der Ephesier und das dabei herrschendeSystem der farbigen Ornamentation mit allgemeinen Betrachtungen überdie Ordonnanz und den dekorativen Reichthum des von ihm beschriebenenPrachtbaues in Zusammenhang gebracht habe. Wäre uns nur wenigmehr von dem, was diesem Satze voranging und unmittelbar folgte,erhalten geblieben, wir würden höchst wahrscheinlich schon seit Jahr-hunderten eine ganz andere Anschauung von der hellenischen Baukunsthaben und brauchten uns jetzt nicht mit verjährten ästhetischen Vor-urtheilen, die sich in Betreff des Farbenschmuckes der griechischen Mo-numente noch immer breit machen, herumzuschleppen.

Zunächst geht daraus die Vorliebe der ionischen Griechen für dasFarbige und zwar für die gesättigten Purpurfarben bei ihren Kleidernhervor; eine Thatsache, die wir auch sonst schon wissen, von der wiraber für die folgenden Paragraphen Datum nehmen wollen, indem wirdabei auf den engen Zusammenhang des Kostümwesens mit den bildendenKünsten und mit der Baukunst insbesondere, der auf mehrfache Weisehervortritt, uns berufen . 1 Dieser Zusammenhang ist nämlich theils eindirekter, unmittelbar konkreter und materieller, theils ein solcher, deraus der Analogie aller Erscheinungen, die für den allgemeinen Kultur-zustand bezeichnend sind, hervorgeht, also wenn man will ein indirekterund allgemein ethnologischer.

1 Ohne dem, was in den folgenden Paragraphen gezeigt wird, vorzugreifen, frageich hier, ob in einer Stadt wie Ephesus , mit einer Einwohnerschaft, welche diesenKleidergeschmack kund gab, weisse Marmortempel denkbar seien?