Textile Kunst. Das Prinzip der Bekleidung in der Baukunst.
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Es erfolgte hierauf um das Jahr 1830 herum die erste Herausgabeder polychromen Herstellung eines echt - griechischen Monuments durchHittörff, welche die antiquarische Welt in grossen Aufruhr versetzte undeinen denkwürdigen Federkampf veranlasste, an welchem Künstler undGelehrte sich betheiligten und der für unser uns hier beschäftigendesThema von grosser Wichtigkeit ist, weil in demselben die Frage, um diees sich besonders handelt, mehrmals sehr nahe, aber gleichsam nur wiedurch Zufall, berührt wird.
Die Geschichte dieser Verhandlungen, woran der Verfasser einigenAntheil nahm, liest man in ausführlichster Weise in dem neuesten WerkeHittorff’s , „Architecture polychrome“, 1 worauf in Betreff ihrer verwiesenund zugleich bemerkt wird, dass sich später mehrfache Gelegenheit bietet,auf dieselben zurückzukommen.
Die wichtigste Episode dieses Federkriegs darf jedoch schon hiernicht unberührt bleiben, nämlich der Streit um die schon von C. A. Böt-tiger 2 aufgestellte auf einige Aeusserungen des Plinius hauptsächlichgestützte Behauptung, wonach die Griechen in der schönsten Zeit nurauf Holztafeln gemalt hätten, die eigentliche Wandmalerei bei ihnenweder in Ansehen gestanden noch bei der Ausstattung der Monumentehäufig in Anwendung gekommen sei; die Wandmalerei sei als Mitursacheund zugleich als Symptom des Verfalles der Malerei zu betrachten; die-selbe habe erst zur römischen Kaiserzeit in Rom selbst den Umfang ge-wonnen, der ihr fälschlich bei den alten Griechen aus der besten Zeitzugeschrieben worden sei.
Der eifrigste Verfechter dieser Ansicht, Raoul-Rochette, der ineinzelnen kleineren Aufsätzen, am ausführlichsten jedoch in dem gelehrtenaber geschmacklosen Buche, peintures antiques inddites, 3 sehr lebhaftdafür in die Schranken tritt und dabei keinerlei Waffen scheut, wirdbekämpft von M. Letronne, dessen wichtigste hierauf bezügliche Schriftseine „lettres d’un antiquaire ä un artiste“ sind. 4
Mit gleicher Gelehrsamkeit, die ihn jedoch niemals zu allotriis hin-l’eisst, wie es seinem Gegner oft begegnet, und mehr Geist verficht
1 Restitution du temple d’Empddocle ä Selinonte ou l’Architecture polychromechez les Grecs par J, T. Hittorff, Paris 1851,
2 In seinen Ideen zur Archäologie der Malerei. Dresden 1811.
8 Peintures antiques inedites etc., faisant suite aux monuments inedits parM. Raoul-Rochette. Paris , Imp. R. 1836.
4 Lettres d’un antiquaire ä un artiste sur l’emploi de la peinture murale etc.,par M. Letronne. Paris 1836.
Semper, Stil. I.
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