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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Indien .

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Blumen darstellten. Da sie ausserdem, nach indischem Gebrauche,mit dunkelrother Farbe bedeckt war, so machte sie den Ein-druck als wäre sie mit einem Teppiche nach altem Musterüberzogen. Der Haupteindruck glich ungefähr dem der alten vene-tianischen Paläste etc. . . .

In Benares sind die Wohnungen der Privatleute wie die öffentlichenGebäude aus gutem Hausteine konstruirt; aber die Hindu von Benares scheinen mit Leidenschaft die Polychromie zu lieben; sie bedeckenihre aus Quadern gebauten Häuser mit dunkelrothem Stuck.

Tempel sind in sehr grosser Anzahl vorhanden, aber sie sind kleinund an den Strassenecken oder an den Fa^aden der grössten Häuser wieSchränke angebracht. Doch sind sie zierlich und viele davon sind mittrefflichen Bildwerken von der vollkommensten Ausführung inStuck bedeckt, Blumen, Thiere, Palmenzweige u. s. w. darstellendund an Eleganz und Beichthum mit den schönsten Beispielen gothischerund griechischer (?) Kunst wetteifernd.“

Aehnliches berichtet der klarsehende Heber über die Stadt Jyepurund den Palast des Rajah der Radjputen. Diese Stadt ist von einemeinzigen Monarchen mit seltener Pracht und vollkommen regelmässignach den Vorschriften der heiligen Silpa Sastra erbaut. Ich werde aufderen Beschreibung bei einer andern Gelegenheit zurückkommen undmache hier nur auf eine grosse Lücke in der Geschichte der Baukunstaufmerksam, da wir fast gar nichts von jener ganz eigenthümlichen echthindustanischen Civilbaukunst wissen, die sich noch in vollem Leben inden grossen Städten Innerindiens erhalten hat und vielleicht grösseresInteresse gewährt, als jene barocken Felsenmonumente, Tschultris undPagoden, oder als die prunkvollen aber doch leeren Anlagen der Mu-hamedaner, mit denen sich die Reisenden fast ausschliesslich beschäftigten.

In dem Palast des Rajah der Radjputen fand Heber die Fenstermit kleinen Scheiben von buntem Glase geschlossen, die in gitterartigdurchbrochenem Rahmenwerke von Marmor eingefasst sind.Auf der Londoner Ausstellung von 1851 befanden sich sehr zierliche undreiche Specimina solcher Fenstergitter aus Alabaster und Marmor, die einantikes oder vielmehr primitives Element der orientalischen Baukunstbilden, das wir schon aus China kennen und dem wir in Aegypten , demalten Hellas und in Rom wieder begegnen.

„In den oberen Gemächern des Palastes, wo vor dem Tode desfrüheren Rajah die Frauen seines Serails wohnten, waren die Fussbödennoch sorgfältig mit gesteppten Decken aus weisser Baumwolle oder mit