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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Tapezierwesen der Alten.

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Genrebilder, Marketenderscenen und Karrikaturen (wie jener von Livius beschriebene Empfangschmaus, den die Beneventaner den siegreich zu-rückkehrenden Legionen des Tib. Gracchus gaben), theils endlich auchscenische Dekorationen. Für die Applikation dieser Gegenstände sinddie Ausdrücke, womit die Autoren das Aufstellen derselben bezeichnen,charakteristisch. Livius und Plinius bedienen sich dafür meistens derWorte proponere und ponere, 1 ausstellen, zur Schau stellen. Dann kommtder Ausdruck Bekleidung vor, wenn von der Ausstattung der Monu-mente mit ähnlichem Gelegenheitsschmucke die Rede ist. Z. B.Plin. XXXV. 7, wo bei Veranlassung eines Gladiatorspieles zu Antiumdie öffentlichen Portikus mit Malerei bekleidet werden, auf welcher dieGladiatoren und alle Angestellten mit Porträtähnlichkeit dargestellt sind.

Wo solche Ausdrücke Vorkommen, ist man, glaube ich, immerberechtigt an einen laxen, provisorischen, wenigstens nicht ursprünglichdem Plane der Anlage entsprechenden, Zusammenhang zwischen demAufgestellten und dem, woran es aufgestellt ist, zu denken. So z. B.bei Juvenal Sat. XII. 100, 2 wo von den Anschlagtafeln die Rede ist,die die Portikus bekleiden; und bei Cicero in Verr. IV. 55, 3 wo er vonden Gemälden spricht, die die inneren Wände des Minervatempels zuSyrakus bekleideten. Wenn dagegen das bekleidende Prinzip eine engeremonumentale Verbindung mit der Architektur eingeht, so bedienen sichfür die Bezeichnung des ersteren und seiner Applikation sowohl Griechenals Römer ganz besonderer, gerade diesen Zustand speziell charakteri-sireuder, Worte. Dergleichen ist dpftugsiv, ivapfiögeiv , 4 einfiigen, einWort, das man auch für das Wölben gebraucht, daher der SchlusssteinHarmonia heisst; ferner syx poreiv, welches Wort Philostratus benützt, umdie Einfügung bronzener (emaillirter oder eingelegter) Bildertafeln in dieMauer zu bezeichnen, und welches in der Kunst des Wölbens in dem-selben Sinne angewandt wird wie afp.uo^su'. 5

Die Lateiner brauchen dafür die Worte imprimere, includerc,

1 Plin. XXXV. 4. 7, tabulam picturae praelii . < . . proposuit in latere GuriaeHostiliae. Situm Gartliaginis ejusque expugnationes depictas proponendo in foro.Dessgl. Liv. XLI. 28.

2 Fixis vestitur tota tabellis porticus.

3 His autem tabulis interiores templi parietes vesliebantur.

4 Philostr. Sen. Imag. prooem. pag. 4. ed. Jacobs. Vergl. Raoul Roch. Peinturesanliques inedites pag. 161, wo viele Stellen citirt sind.

5 Philostr. V. Apoll . II. 20. pag. 71. Le trenne, Lottres d’vin antiquaire ä unartiste pag. 485.