Textile Kunst. Ghaldäa.
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auf anderes Mauerwerk, theils von Luftziegeln, theils von gebranntenausgeführt. Diese sind nicht quadratisch, sondern länglicht wie die mo-dernen und zum Theil mit babylonischen, nicht entzifferten, Inschriftenversehen, die muthmasslich den Namen eines Königs enthalten.
Nordwärts von Babylon setzt sich dieselbe Kette wahrscheinlichgrossentheils der älteren chaldäisch-babylonischen Kulturperiode ange-hörender Ruinenhügel fort. Westwärts von Bagdad ist das merk-würdige Akkerkuff, eine kolossale, jetzt formlose Masse aus Lehm-ziegeln mit dazwischen gelegten Rohrmatten, die noch wohlerhalten sind.Sie dienten nicht einzig zur Konsolidirung des Gemäuers, sondern haupt-sächlich zu der Befestigung des Kalkmörtels der Aussen\yände, eine Praxis,die, wie oben gezeigt worden, noch jetzt in China in tagtäglichem Gebrauchist. Der Gipfel des Terrassenbaues ist noch immer trotz seines Verfallesüber einhundertfünfzig Fuss hoch. Theile des Baues, wahrscheinlich dieneueren, waren mit gebrannten Ziegeln bekleidet, wovon die Trümmeram Fusse des Berges umherliegen. Inschriften fehlen hier noch ganzwie an den Ziegeln des eigentlichen Chaldäa am Nieder-Euphrat . (Ueberdie Inkrustation der Mauern durch gebrannte Ziegel und das dabei beob-achtete Verfahren siehe Seite 330 u. ff.)
Zu diesen ältesten Monumenten Mesopotamiens gehört auch dasam Tigris gelegene Kala Scherghat, der umfangreichste aller Ruinen-hügel in Mesopotamien , zum Theil natürlich, aber mit Backstein terrassen-weis von Süden nach Norden ausgebaut und mit einer Quadersubstruk-tion, von der ein Theil mit seiner Zinnenbekrönung sich erhielt. DieBacksteine tragen babylonische Inschriften mit den Monogrammen deraltchaldäischen Könige. 1
Die genannten Quaderwerke des Unterbaues sind bereits eine Neue-rung, die der clialdäische Baustil in der felsenreichen Gegend des nörd-lichen Tigrisgebietes annahm.
Vielleicht war diese gigantische Burg die letzte Station der chal-däischen Civilisation bis nach Ninive , woselbst sie an den Ufern desTigris und des oberen Zab, am Fusse der Gebirge von Kurdistan , einergrossartigen Metamorphose entgegenreifte, in Folge politischer Verhält-nisse und zugleich lokaler Einflüsse, besonders der Nähe von Kalkstein-und Alabasterbrüchen.
Auch nördlicher noch und westwärts von Ninive erstreckt sich dieKette altchaldäischer Monumente, Zeugen des Ganges, den das Civili-
1 Rawlinson im Athenäum 18. März 1854, pag. 342.