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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Assyrien .

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verfolgen, sie ging wahrscheinlich noch weit über diese Höhe hinaus;,dabei haben die Räume nur etwa vierzehn Fuss Breite. Der ganzeHügel von Nimrud ist gleichsam mit Spuren solcher stuckbekleideterWände bedeckt; wie gesagt, waren nur die den grossen Centralhallenzunächst liegenden Pihcen, die den kleinsten Theil der Anlage bilden,mit Steintafeln bekleidet.

Wir kommen nun zu einer anderen Art der Wandbekleidung, diezu wichtigen stilgeschichtlichen Fragen Anlass gibt, deren Lösung mehrals eine Schwierigkeit bietet: ich meine die Inkrustation der Lehmwändemit gebrannten und bemalten oder vielmehr mit glasirten Ziegeln.

Bereits oben ward der merkwürdigen Ziegelbekleidungen erwähnt,die Loffcus und seine Gefährten in den Trümmern der alten Chaldäer-metropolis zu Wurka entdeckt hatten, nämlich eine förmliche regelrechteMosaik, zusammengesetzt aus Stiften oder Konen von gebranntem undoben an dem dicken Ende, das sichtbar blieb, mit farbiger Glasur über-zogenem Thone. Jeder Kegel hat seine bestimmte Farbe und durch dasReihen und Zusammenfügen derselben entstehen regelmässige geometrischeMuster, wie Quadrate, Imbrikationen, Netzwerke und dergl. — Spurenähnlicher Mosaikbekleidungen der Wände finden sich auch unter denassyrischen Trümmerhaufen; aber weit häufigere Ueberreste einer ganzandern Technik, die zu jener den geraden Gegensatz bildet, obschon sieden Stoff mit ihr gemein hat, lassen es unentschieden, ob hier eine ältereTradition durch eine neue Erfindung verdrängt ward, oder ob umgekehrtdie spätere Erfindung noch nicht Zeit gehabt hatte, neben der früherensich Bahn zu brechen.

In den mit Steintafeln verbrämten Räumen und vorzüglich zwischenden Eingangspfosten fand man eine Menge von gebrannten Ziegeln mitdarauf ausgeführten Malereien, die in Beziehung auf die dargestelltenGegenstände und noch mehr in Beziehung auf die Technik der Ausfüh-rung von jenen vorher erwähnten Wanddekorationen auf Stucco durchausabweichen.

Meines Wissens haben sich nirgend aufrechte Ueberreste so deko-rirter Mauern vorgefunden h sondern nur die zerstreuten und ihres Zu-sammenhanges gänzlich beraubten Trümmer derselben in Mitten des

1 Im letzten Jahrhundert soll nach des Reisenden de Beauchamp Bericht indem Ruinenhügel von Kasr bei Hillah eine Stube mit Mauern aus emaillirten Ziegelnentdeckt worden sein, worauf eine Kuh und Bilder der Sonne und des Mondes dar-gestellt waren. Layard konnte diesen Raum nicht wieder auffinden.