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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

weniger komplicirtes System der Holzkonstruktion zu bilden, welches denEigenschaften dieses Materiales, sich zu werfen und windschief zu werden,sowie zusammenzutrocknen, begegnet und ihre nachtheiligen Wirkungenbeseitigt. Man mochte auch diese nicht mehr flachen, sondern aus Füll-werk und Rahmenwerk zusammengesetzten Tischlerarbeiten nach deralten Ueberlieferung mit Metallblech bekleiden, das dann als sichtbaresGewand der inneren Konstruktion natürlich von dieser in seinen Linea-menten und Reliefs bedungen ward. Die Grundzüge der Ornamentationder metallischen Bekleidung waren solcherweise gegeben und wurden alsneues fruchtbares Motiv der Verzierung festgehalten, aber zugleich nachverschiedenen Richtungen hin weitergebildet.

Zugleich kam diese Abwechslung des Erhabenen und Vertieften derOberfläche der Festigkeit und Rigidität des Metallmantels zu Gute, wel-ches erkannt wurde und worauf man ein neues sehr folgewichtigesPrinzip der Konstruktion begründete, welches uns in dem Fol-genden noch vielfach beschäftigen wird.

Man verfiel nämlich darauf, nicht mehr den bekleideten hölzernenKern, sondern dessen metallischen Mantel als dasjenige zu betrachten,was dem Systeme die nöthige Festigkeit gebe und gelangte somit wahr-scheinlich auf rein empirischem Wege, bereits zu einer Zeit, die weitüber die frühesten monumentalen und geschriebenen Urkunden der Kunst-historie hinausreicht, zu der Anwendung des so wichtigen Prinzipes derHohlkörperkonstruktion und der Korrugationsmethode in der Baukunst,die darauf begründet ist, dass geschweifte und gefältelte Bleche, dieeinen Raum von angemessener stereometrischer Gestaltung als Enveloppeumgeben, bei geringstem Aufwande des Stofflichen die grösste Festigkeitund Stabilität sichern.

Oder sollten jene sinnreichen Nachkommen des alten Thubalkain„die Meister in allerhand Erz- und Eisenwerk“ 1 bereits tief in das innersteGesetz der Natur geblickt haben, die alle ihre organischen Gebilde nachdem Röhrensysteme hervorbringt, das vorzüglich deutlich und architek-tonisch an den einfacheren Organismen des vegetabilischen Reiches her-vortritt? Es wäre denkbar, dass der unbefangene Sinn des Naturmenschen,dessen Bildnerinstinkt noch nicht durch Theorien abgestumpft ist, ausreiner Intuition zu der vollsten Erkenntniss dessen gelangt wäre, wasunsere abstrakte Wissenschaft erst mit Mühe feststellte, ohne jedoch dabeidie ästhetische Frage zu berühren. Wie dem auch sei, immerhin bleibt