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Möbel dagegen ist verrückbar. Diess begründet den wichtigsten Stil-unterschied zwischen beiden, soweit der Stil von dem Zwecldichen ab-hängig ist. Das Möbel soll seine Unabhängigkeit von dem Orte, wo esgerade steht, in seiner Form zu erkennen geben, muss daher zwar einehinreichend ausgedehnte statische, aber eine möglichst kleine materielleGrundfläche haben, oder mit anderen Worten die Berührungsstellen mitder Erde müssen möglichst klein sein, aber den Schwerpunkt des fungi-renden Systemes am günstigsten unterstützen. In dieser Beziehung sinddie assyrischen Möbel trefflich stilisirt, denn sie stehen auf breitesterstatischer Basis und ihre Füsse laufen meist in Spitzen aus (s. S. 255),wodurch sie mit dem Boden in möglichst geringen Kontakt gerathen.Der in dem Möbel liegende Gedanke des Bewegbaren drückt sich anjenen assyrischen Geräthen noch auf andere Weise symbolisch aus, diejedoch mit tendenziöser Symbolik zusammenhängt, so dass ich sie liebererst in Verbindung mit dieser letzteren erwähne. Dasselbe gilt vonanderen sehr interessanten, auf die struktive und funktionelle Bestimmungder Theile hindeutenden, Symbolen, die an den genannten Gegenständenin merkwürdiger Naivetät hervortreten. Es sei daher jetzt von den ten-denziös-symbolischen Bestandtheilen der assyrischen Gerätheformen die Rede.
Alles, was dieser Art an ihnen sich zeigt, kommt auch auf denWanddekorationen vor und gehört offenbar zu der Ikonographie desassyrisch-chaldäischen Religionssystemes, auf welches hier einzugehen mirim geringsten nicht zukommt, auch überflüssig wäre. Es sind theilsSymbole im eigentlichen Sinne des Worts, theils figürliche Darstellungenvon Göttern, Schutzgenien, Herrschern und diesen dienenden Sklaven,die auf verschiedene Weise mit den Kompositionen verflochten sind undmehr oder weniger in der Struktur der Gegenstände aufgehen. Vorzüglichist letzteres von den eigentlichen Symbolen zu sagen, unter denen diefolgenden am häufigsten Vorkommen und die wichtigsten sind: Erstensder heilige Baum, jenes schon öfters erwähnte Pflanzengewirr, dessenBestandtheile bereits durch lange Benützung als religiöses Symbol kon-ventionell und ornamentistisch vorbereitete Analoga aus der Natur sindund als solche vielfach dienen, um einen struktiven oder funktionellenGedanken zu verbildlichen, wodurch sie einen zwiefach symbolischenSinn erhalten. Oefters sind z. B. die Spreitzen und selbst die Ständerder Throne, Altäre, Tische und sonstigen Geräthe mit ihren Schäftungenoder Hülsen (nsQÖvats) geradezu gestaltet wie der Stamm des heiligenBaumes mit seinen durch Blattvoluten charakterisirten Absätzen. (Vergl.Holzschnitt Seite 74.)