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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

bei ihrer Verfertigung und Ornamentation angewandt wurden, nämlichals getriebene Arbeit (Sphyrelaton), ganz eigentümlicher Art und alswahrscheinlicher Grund einer verschwundenen Emailmalerei sowie in Be-ziehung auf Art und Gegenstand der Darstellung und das Fremdartigeihres Stiles, der auf nicht assyrische Fabrikation schliessen lässt, mehr-faches Interesse; doch sei das Nähere darüber auf eine andere Abtheilungdieser Schrift verschoben . * 1 Dasselbe gilt für andere aus Metall gegos-sene Gegenstände, von denen hier nur zu sagen ist, dass sie rücksichtlichihres Stils noch vollständig der getriebenen Arbeit angehören. Sie sindmeistens über eiserne Kerne gegossen, oder, wie der schöne Löwe ausChorsabad, ganz voll und massiv. Die Vorliebe der Assyrier für massivesGusswerk ist auch sonst durch Beispiele konstatirt. 2 Sie beweist nichtsgegen das in dem Obigen Ausgesprochene, sondern nur die Unerfahrenheitder Assyrier in dem Metallgusse. Doch gibt es auch Beispiele von hohlemMetallguss werke, das zu Füssen für Möbel und zu anderen Zweckengedient hatte.

§■ 71 .

Das neue Babylon des Nebukadnezar.

Das neue babylonische Reich des Nebukadnezar bietet in Beziehungauf unser Interesse wenig Neues. Was wir von der Kunst dieser Zeitder Restauration der alten chaldäischen Monarchie von den Alten erfahren,dient nur dazu, unsere Anschauung der westasiatischen Kunst zu bestätigen.

Der gebrannte Backstein wurde nach dem Vorbilde der frühbaby-lonischen Konstruktionsweise bei der Erbauung des Babylon des Nebu-kadnezar häufiger angewandt als das bei den Assyriern der Fall war, dieZiegelkonstruktion dabei zu einem hohen Grade der Vollkommenheitgebracht. Feiner weisser Mörtel diente als festestes Bindemittel und zu-gleich zur gewöhnlichen Bekleidung der innern und äussern Wände.

Embleme. Ein solches Steingefäss fand Layard zu Kudjundshik. Layard, Niniveh andBabylon , pag. 595. Die klassische Stelle für Embleme dieser Art ist Cic. Accus, inVerrem lib. IV. 23. 37.

1 Abbildungen dieser Gefässe in Layard, Niniveh and Babylon , pag. 183. 199 undSecond Series, die letzten Tafeln. Ich komme in der Metalltechnik auf dieselben zurück.

2 König Nebukadnezar liess sein Bildniss fünfundvierzig Ellen hoch, sechs Ellenbreit, und ganz aus gediegenem Golde in Vollguss (?) in der Ebene von Dura aufführen,dem alle Grossen und Beamteten des Reiches huldigten. Daniel III. Vermuthlich aberhatte dasselbe dennoch einen tüchtigen Kern von Thon oder anderem Stoffe.