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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Das neue Babylon des Nebukadnezar.

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Man findet eine grosse Menge von Ziegelfragmenten, die mit einemdicken Glasuremail bedeckt sind und die bekannten Nachrichten desHerodot und Diodor über die Pracht der Bildwerke auf den WändenBabylons bestätigen. Die Plauptfarben sind ein brillantes Blau, Roth,Ockergelb, Weiss und Schwarz. lieber die blauverschlackten Ziegel desBirs-Nimrud wurde bereits oben gesprochen. Steinskulpturen wurdennicht aufgefunden, mit Ausnahme eines kolossalen Löwen, der einenMann unter seinen Tatzen hält.

Die assyrische Wandtäfelung mit Steinplatten war hier selten undbeschränkte sich höchstens, wie am Khabur, auf die Bekleidung derThürgewände an Königspalästen. Holztäfelungen und Stuckbekleidungenneben kostbaren Stoffen, ersetzten sie, wie wir aus bereits angeführtenStellen der Alten wissen.

Der allgemeine Charakter des Dargestellten auf den Skulpturenund Gemälden, wovon sich wenige Fragmente erhielten, ist dem derspätassyrischen Zeit ähnlich. Spuren und Reste von Terrakottaskulpturensind häufig und beweisen, was sonst auch erklärlich ist, dass man denLehm, den das Land bot, häufiger zu künstlerischen Zwecken benützteals den Stein, der von Fern herbeigeschafi't werden musste. Dadurchwurde der babylonischen Plastik ein eigenthümlicher Typus zu Theil,der nicht unvortheilhaft von dem assyrischen Gepräge dieser Kunstabsticht. 1

Eine babylonische Inschrift enthält höchst merkwürdige Notizenüber die Baukunst der Babylonier; diese Inschrift ist auf mehrerenTafeln aus schwarzem Stein enthalten, die unweit Bagdad von Sir Har- ford Jones entdeckt und dem Museum der East-India-Company einver-leibt ward. Sie ist im Facsimile veröffentlicht. Rawlinson und Hinkshaben sie erklärt. Sie beginnt mit dem Namen und den Titeln Nebu­ kadnezar des Grossen (604 v. Chr.) und bespricht den Bau verschiedenerTempel und Paläste sowie der Wälle von Babylon und Borsippa . Zweibesondere Werke, das Haus des Friedens und das Haus des Ruhmes,werden namhaft aufgeführt. Genaue Details werden über die Ornamentedieser Tempel und Paläste gegeben, die sehr reich ausgestattet gewesensein mussten. Leider war es unmöglich, den Sinn und die Bedeutungaller in dieser detaillirten Beschreibung enthaltenen Kunstausdrücke zuentziffern und zu erklären. Die Mauern waren aus gebrannten Ziegelnund Erdpech und mit Gyps und andern Stoffen bekleidet. Einige scheinen

1 Vide Layard, Niniveh and Babylon , Vignette zu Kap. XXIII. pag. 527.