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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

§• 73 .

Susa. Persien .

Von der Stadt Susa , die von Kambyses durch ägyptische Archi-tekten erbaut sein soll, aber schon vor ihm als Stadt bestand, zeugennoch grosse Ruinenhügel aus Backsteinen und gefärbten Ziegeln, die anUmfang denen von Babylon nichts nachgeben sollen. Man fand nochdort Ueberreste von Säulen, ganz denen von Persepolis ähnlich.

Diese wichtigen persischen Monumente, die uns die Uebergängeund die durch den Stoffwechsel herbeigeführten Metamorphosen der Stileso klar vergegenwärtigen, sonst aber in Beziehung auf den Gegenstand,der uns jetzt beschäftigt, nichts eben Neues bieten, werden in der Tek-tonik und in der Stereotomie spezielle Berücksichtigung finden.

Es darf jedoch schon hier nicht unerwähnt bleiben, dass neuereReisende, vornehmlich Texier, auf den Ueberresten der persischen Monu-mente aus weissem Marmor überall Spuren einer überaus reichen undentschiedenen Polychromie, welche das Ganze bedeckte, gefunden haben.Hiernach geben die auch in anderer Beziehung mangelhaften Restitutionenvon Theilen dieser Königspaläste, welche in dem grossen Werke vonFlandin und Coste enthalten sind, ein ganz falsches und armseliges Ab-bild ihrer einstigen Pracht.

§• 74 .

Phönikien und Judäa .

Die wirklich erhaltenen Werke sind die alleinig sichern Grund-pfeiler, worauf das Gebäude einer vergleichenden Geschichte des Stilsaufgeführt werden kann; — frischen Beleg dazu gaben die Entdeckungeninnerhalb der Erdhügel Mesopotamiens, die von Lykien in Kleinasien ,und andere Funde, welche in Asien und Aegypten zu machen, der neue-sten Zeit Vorbehalten blieb, die das bisherige System unserer kunst-geschichtlichen Anschauungen auf eine so bedenkliche Weise erschütterten,dass mit einer Reparatur und einfachen Ergänzung nach den erweitertenAnsichten, die wir gewonnen, kaum mehr gedient sein mag. Wir besassenvon jenen Wundern Ninive’s und Babylons ziemlich ausführliche undlebendige Schilderungen, nach denen wir uns ein richtiges Bild von ihnenhätten schaffen können, da jene Berichte, wie wir jetzt sehen, ganz der