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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst, Phönikien und Judäa .

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her vor tritt , 1 sowie durch allgemeinere Wahrnehmungen an den Palast-ruinen Mittelasiens sind wir dem Verständniss des berühmten Tempel-baues von Moriah und der salomonischen Baukunst um Einiges nähergekommen; obschon es noch immer, selbst mit dieser Hülfe, vermessenwäre, dem Leser ein Bild, das man sich aus den, durch Abschreiber undspäte Auslegung korrumpirten, aus Bruchstücken zusammengewürfelten,Berichten der Bibel und aus spätem Schriftstellern noch so scharfsinnigzusammengestellt, nach so vielen misslungenen Versuchen dieser Art alsdas allein zuverlässige vorzuführen.

Ausserdem wäre diess nicht Sache dieses Hauptstücks; dafür kannhier ganz am Orte und mit grösster Zuversicht behauptet werden, dassdie Beschreibung der Stiftshütte, obschon wahrscheinlich von der davi-dischen entnommen und auf das alte Tabernakel Mosis übertragen, zu-sammen mit der des Tempels Salomonis, einen vollständigen Inbegriff'des wichtigen Abschnittes der Stillehre bildet, der uns hier beschäftigt,dass in dieser Beziehung die Folgerungen aus den sonst so diskordantensie betreffenden Nachrichten durchaus keine Zweifel gestatten. Wirkönnen mit ihnen die progressive Entwicklung des elementaren Bau-prinzipes der Umkleidung bis zu ihrer innigsten Verbindung und Ver-mischung mit dem Quaderbau mit grösster Sicherheit nachweisen, undgerade hierin sind diese geschriebenen Urkunden der Stilgeschichte soüberaus wichtig, weil die Bekleidung, wo sie nicht wie in einigen Theilenassyrischer Paläste aus Steinen bestand, überall das Vergänglichste war,wesshalb man ihre ehemalige Existenz, dort wo sie fehlt und geradenichts Specielles über sie irgend wo geschrieben steht, überall läugnet,— welch’ bequemes, vornehmes, aber geistloses Verfahren in unsererZeit einstweilen noch Recht behält.

Der Judentempel als monumentale Nachbildung des in dem Taber-nakel enthaltenen Motives war aus massiven Quadern von weissem Steineausgeführt (ex Xsvxov Xi&ov nsjiotTjpevov ), 2 die von den syrischen Werk-leuten so glatt und genau zusammengefügt waren, dass man nirgend dieSpuren des Hammers und Spitzeisens wahrnahm. 3 Dennoch wurden

1 Vergl. das Museum Gregorianum Etruscum Tom. I. mit Layard’s Niniveh etc.

2 Joseph. 8, cap. 3.

3 Ich folge hier dem Berichte des Josephus, dem gewiss neben den uns bekanntenGewährstellen der Bibel noch andere Vorlagen, die für diesen Gegenstand wenigstenswahrscheinlicher lauteten, als was das erste Buch der Könige darüber enthält. Dortsollen die Steine vor dem Setzen zuvor so zugerichtet gewesen sein, dass man keinenHammer noch Beil noch irgend ein Eisenzeug im Hauen hörte, was streng genommen